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Getting Professor

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Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:09

Was bisher geschar:
Spoiler:
Ein junges Mädchen namens Tamara reiste einst als Trainerin mit ihrem Bisasam Mo herum. Auf dem Weg erhielt sie ein Pokemon-Ei, aus dem ein Pichu schlüpfte das überraschend eine völlig neue Attacke erlernte. Es entwickelte sich zu Pikachu, das Sumer heißt. Nach diesem einschneidenden Erlebnis beschloss Tamara, in ihre Heimat Alabastia zurückzukehren und dort in Professor Eichs Labor eine Lehre anzufangen, um weitere Rätsel zu lüften. Dieser stellt ihr eine letzte Aufgabe, die mit Raupy im Vertaniawald zu tun hat- doch dort angekommen, wird Summer entführt! Auf ihrer Suche trifft Tamara den neu-Trainer Haku und sein Schiggy, die sich bereit erklären, ihr zu helfen..

Charaktere:
Spoiler:

x Tamara C. : Die rothaarige Tamara ist der Hauptcharakter in dieser Geschichte. Sie ist 15 Jahre alt und trägt am liebsten eine Fliegermontur, wie sie früher von Piloten in Doppeldeckern getragen wurde; ihr größter Stolz ist ihre Fliegerbrille. Nach einem einschneidenden Erlebnis auf ihrer Trainerreise kehrt sie nach Alabastia zurück und tritt der Alabastia-Forschereinheit unter Professor Eich bei. Über ihre Familie ist nichts bekannt.
Pokemon:
-Summer (Pikachu), welches Volttackle beherrscht, eine bisher noch unerforschte Attacke. Tamara bekam Summer als ein Ei geschenkt. Er liebt es, mit Tamaras Fliegerbrille zu spielen, und ist ziemlich frech und verwöhnt.
-Mo (Bisasam), Tamaras erstes Pokemon. Mit ihm hat sie schon viele Abenteuer erlebt und einige Orden gewonnen. Mo ist ihr bester Freund und der Lieblingsspielkamerad von Summer. Er liebt Kekse.
x Haku: zweitwichtigster Chara in der Story. Ein Junge, der sich aus bisher ungeklärten Gründen bisher geweigert hat, Trainer zu werden; als er 16 wurde, zwangen ihn seine Eltern schließlich. Sein Pokemon ist Schiggy. Im Vertania-Wald trifft er Tamara und beschließt spontan, seine Reise wieder abzubrechen und ihr zu helfen- gemeinsam haben sie schon einiges durchgestanden. Tamara mag ihn sehr, es ist jedoch nicht klar, was daraus wird..
Pokemon: Schiggy
x Kleines Mädchen, Ash, Misty: Familie aus Azuria City. Misty ist Arenaleiterin. Ihr Mann Ash war einst ein berühmter Trainer, der sich nun um Tochter Sarah kümmert.
x Professor Eich: leitet das Alabastia Forscherlabor und hat Tamara die Aufgabe gestellt, das Zurückgehen des Raupy-Vorkommens im Vertania-Wald zu untersuchen. Er ist sehr alt und sehr klug; Forscher aus der ganzen Welt eifern ihm nach, denn auf seinen Forschungen beruht alles.
x Tracy: Assistent von Eich, der einst mit Ash und den anderen umherzog, als Rocko nicht da war. Er liebt die Zeichnung. Nach seiner Rückkehr nach Alabastia wurde er bald zu Prof Eichs rechter Hand.
x Mann im Overall: Arbeiter im seltsamen Gebäude im Wald
x Mann im Mantel: Eine sehr wichtige Figur, über die bisher aber noch nichts bekannt ist. Er tauchte im Haus im Wald auf. Wahrscheinlich ist er der Anführer der Ganoven dort. Ein durch und durch verdorbener Mensch.
Pokemon: Impoleon, ein sehr starkes Pokemon, das beinahe in einem Kampf gegen Mo und Summer gewonnen hätte. Es kommt aus Sinnoh, daher ist wenig bekannt.
x Thomas: Ein junger Assistent. Wurde zu Tamaras Unterstützung ausgesandt. Er ist ein bisschen schüchtern und noch sehr jung, etwa 18. Bei dem Zwischenfall bewies er jedoch Nerven. Er ist Forscher aus Leidenschaft.
Pokemon: Habitak
xfalsche Assistenten: unterwanderten Eichs Labor und wollten verhindern,dass Tamara zurückkommt. Als jedoch einer von ihnen wegen Grippe durch Thomas ersetzt wurde, scheiterte dieser Plan.
x weitere folgen!

Gebiete:
Spoiler:

Die Geschichte spielt in Kanto, der ersten Region. Es gibt hier bereits Pokemon aus Jotho und Hoenn, z.B. Wiesor und Waumpel. Sinnoh dagegen ist weitgehend unbekannt.
Bisher gewesen in:
x Azuria City (Durchreise)
x Mondberg (s.o.)
x Alabastia (Pokemon Labor)
x Vertania City (Zollhaus, Durchreise; später Center)
x Vertaniawald (Haus im Wald)

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:09

KAPITEL 1: Rückkehr
Mit einem kleinen Seufzer steckte das kleine Mädchen ihr Zeichenheft wieder weg. Das Taubsi, dass sie malen wollte, war wieder weggeflogen. Sie wollte grade wieder ins Haus gehen, als sie die Gestalt am Eingang der Stadt sah. Dort stand ein Mädchen, um einiges älter als sie, mit langen rotbraunen Haaren und einer Fliegermontur an. Irgendwie kam sie ihr bekannt vor, und dann wusste sie auch, wieso: vor knapp eineinhalb Jahren war schon mal so ein Mädchen hier durchgekommen, allerdings von Richtung des Mondberges. Damals hatte sie ihre Mama herausgefordert und sich so den Wasserorden erkämpft. Das kleine Mädchen wusste sogar noch, dass sie ein Bisasam gehabt hatte- das Mädchen war damals ein großes Vorbild für sie gewesen. Mittlerweile war Azuria City aber weiter gewachsen, und die Ältere schaute sich ein bisschen orientierungslos um. Schnell fasste das Mädchen einen Entschluss und ging hinüber.
"Hallo, kann ich dir helfen?" fragte sie das rothaarige Mädchen und zupfte an ihrem Ärmel. Diese sah herunter, runzelte kurz die Stirn, dann erkannte sie die Kleine und lächelte. "Hallo! Du bist doch Sarah, die Tochter der Arenaleiterin Misty, nicht wahr? Ich bin Tamara, falls du dich erinnerst." Sarah nickte ein bisschen schüchtern. "Ich könnte wirklich deine Hilfe gebrauchen" sagte Tamara. "Naja ich hab ein bisschen die Orientierung verloren.. das Center hab ich noch gefunden, aber ab da hab ich mich verlaufen." Sie sah sich ein bisschen ratlos zwischen den hohen Gebäuden, die um den Park am Stadteingang lagen, um. "Ich will eigentlich zur Mondberg-Seilbahn."
"Da bist du hier aber falsch" sagte Sarah, "Die ist genau auf der anderen Stadtseite." Sie deutete mit dem Finger auf die Stadt hinter ihnen. Neugierig geworden, betrachtete sie Tamara genauer. Als sie damals hier rumgekommen war, war sie ein junger Trainer mit Feuereifer gewesen, die Beste zu werden und gaaaaaanz viele Pokemon zu fangen, doch nun konnte sie nur zwei Pokebälle entdecken. "Kann ich mal gucken?" fragte sie leise und umklammerte ihren Block fester. "Hm?" machte Tamara zuerst, dann sah sie, Sarahs Blick fongend, auf ihren Gürtel und auf die Pokebälle. "Oh, ja klar!" Sie ließ die beiden Bälle aufschnappen und heraus kamen ein Bisasam, das um einiges gewachsen war, soweit Sarah wusste, und ein kleines gelbes Pikachu, dass wohl grade erst entwickelt war, denn es hatte noch die zitronengelbe Färbung eines Pichu. "Wow, aber wieso hast du nur zwei Pokemon?" fragte Sarah verwundert. "Du warst doch so lange unterwegs. Hast du viel gesehen?" Tamara lachte leise, aber es klang ein bisschen traurig. "Ich habe sie alle auf dem Rückweg wieder freigelassen. Nur Bisasam habe ich natürlich behalten, und dieses Pikachu, denn es ist etwas besonderes und aus einem Ei geschlüpft; ich wollte es dem Professor zeigen. Kannst du mich vielleicht zur Seilbahn bringen?" fragte sie nun drängender.
Sarah nickte. Insgeheim wunderte sie sich, dass Tamara die Seilbahn benutzen wollte- Trainer gingen aus verschiedenen Gründen eher durch den Tunnel. Aber sie beschloss nicht weiter nachzufragen und führte das große Mädchen nun endlich zur Seilbahn, die über den Mondberg führte und in der Stadt ihre Station hatte.
Tamara bedankte sich, trug ihr auf, ihre Mutter und ihren Vater Ash von Professor Eich und ihr selbst zu grüßen und bestieg noch gerade so die Seilbahn, bevor diese abfuhr. Ihre Pokemon waren wieder sicher verstaut. Sarah sah der Bahn noch lange nach, bevor sie schließlich nach Hause ging.

Tamara wartete ungeduldig bis die Seilbahn oben angekommen war. Schnell kaufte sie sich ein paar Kekse, die Spezialität der Stadt, die nur hier oben gebacken wurden, und fuhr mit der zweiten Bahn wieder runter nach Mamoria City. Auch diese Stadt war ziemlich gewachsen, das alte Museum das sie damals so fasziniert hatte dass sie gleich siebenmal da gewesen war lag nun mehr in der Mitte der Stadt als am Rand und auch die Arena war anders als vorher gelegen. Doch aus der Luft konnte sich Tamara schon mal ein Bild machen, und sie durchquerte die Stadt mit den großen und ausgeschilderten Steinstraßen ohne Probleme.
Schließlich schaffte sie es doch nach Alabastia, ohne einem Trainer zu begegnen- sie hatte einfach grade nicht die lust zum Kämpfen. Damit war es erst mal vorbei. Sie wich den vereinzelten Gruppen von neuen Kämpfern aus und betrat das kleine Dörfchen schließlich unbehelligt. Endlich ein Ort, der immer gleich blieb. Immer noch die paar kleinen Häuschen, das große und zentriert gelegene Labor mit der großen Windmühle und der riesige Park, in dem die Forscher unter Professor Eich ihre Arbeit erledigten.
Tamara machte sich nicht erst die Mühe nach Hause zu gehen- da war sowieso keiner. Sie ließ ihre beiden Pokemon heraus woraufhin Bisasam sofort losstürmte um die alte Heimat genau zu begutachten. Das schüchterne Pikachu hübfte auf ihre Schulter und lugte durch ihre Fliegerbrille, wie es das gerne tat, wenn es auf ihren Kopf gelangen konnte. Tamara lachte leise, rief nach Bisasam (das sie Mo nannte), damit es sie nicht aus den Augen verlor, und ging langsam in Richtung Labor. Kurz überprüfte sie auf ihrem Handy die Uhrzeit- der Professor müsste grade Feldforschung betreiben, wenn er seinen Terminplan in ihrer Abwesenheit nicht geändert hatte. Sie beschloss ihn im Park direkt aufzusuchen- ihr Anliegen war dringend und persönlich, und sie musste über Summer, das Pikachu, sprechen.
Also ging sie mit Mo im Schlepptau direkt durch das grün gestrichene Hintertor in den großen Pokemonpark in dem die Pokemon der Trainer und wilde friedlich zusammenlebten, und in dem Professor Eich tatsächlich gerade mit seinem ältesten Assistenten Tracy auf einem Stein am See saß und Papiere auswertete, die garantiert von Arenaleiter und Züchter Rocko aus Mamoria stammten.
Schüchtern trat Tamara näher heran und räusperte sich. Die beiden drehten sich um und der Professor erkannte sie sofort. "Ach du liebe Güte! Tamara! Was für eine Überraschung, wie groß du geworden bist, was hast du alles erlebt, was hast du gesehen, wie geht es dir, was machst du hier, setz dich doch!" sagte der alte Mann mit den weißen Haaren und deutete auf den Stein neben sich. Tamara musste unwiderstehlich grinsen. Nichts hatte sich hier verändert, und das war beruhigend. "Mir geht es gut, Prof, aber ich habe ein Anliegen. Darum bin ich hier. Ich habe meine Trainingsreise abgebrochen, meine Pokemon in die Wildnis entlassen und bin hier, um sie um eine Stelle als Praktikantin zu bitten." War das zu schnell gewesen? Tamara hielt die Luft an, und alles um sie herum schien das selbe zu tun. Dann sprang ein Quapsel mit lautem Platschen in den Teich, Tracy lächelte, und der Prof strahlte. "Tamara, was für eine Überraschung, ist das wirklich dein Ernst? das würde mich wirklich freuen, zumal du so viel erlebt haben musst!"

Einige Zeit später saßen sie bei Kakao und Keksen in der Küche des Labors. Miss Mayoh, die Haushälterin, hatte das Tamara förmlich aufgedrängt. Auch die Pokemon hatten ihren Teil bekommen und nun warteten alle darauf dass der Prof etwas sagte. Der war ernst geworden. "Das ist höchst interessant, Tamara, aber ich kann mir diese Attacke kaum vorstellen. Kannst du es mir zeigen?" Tamara nickte nervös. Nun war es soweit. Sie musste allen zeigen, was der Grund war, dass sie sich so plötzlich von dem Training zur Forschung hingezogen gefühlt hatte, und warum der Geist der Rätsel in ihr erwacht war... alle gingen in den Garten. Mittlerweile war es dämmrig geworden. Einer der Assistenten stellte auf Geheiß des Profs ein Ziel auf. Tamara atmete tief durch, nahm Summer von ihren Schultern, sah ihm tief in die Augen und flüsterte: "Mach nochmal den Ruckzuckhieb mit den Blitzen drum, ja?" Summer zuckte mit der Nase. Tamara deutete auf das Ziel, gab Summer einen kleinen Kuss auf die Stirn, setzte ihn auf den Boden und wartete. Es war nun dunkel, das würde super aussehen- wenn es klappte. Ohne eine feste Attackenbezeichnung konnte Summer genausogut verweigern. Doch dann lehnte er sich leicht nach hinten, ging auf alle viere, besah sich noch einmal das Ziel, nahm etwas mehr abstand-
und stürmte los.
Es war überwältigend. Zunächst nahm er nur Tempo auf, doch dann zuckten Blitze um ihn herum, und als er das Ziel bei höchster geschwindigkeit traf, war Summers Umriss nichts weiter als ein verschwommenes, Negativ-artiges Abbild in einem gelben Blitz, wie eine Momentaufnahme. Dann landete das Pikachu sicher auf dem Boden, das Ziel zerbarst in einem Funkenregen, und jemand schaltete die Außenbeleuchtung an. Tamara hamn Summer wieder auf den Arm und gab dem jungen Ding ihre Fliegerbrille zum Spielen. Summer quiekte. Tracy stand der Mund offen und der Prof war tief bewegt von dem einzigartigen Schauspiel. "Du bist dabei" flüsterte er. Dann waren alle still und gingen schließlich wie auf ein stummes Zeichen hin nach drinnen.
"Danke" flüsterte Tamara dem Pikachu zu und strich Mo über die Zwiebel auf dem Rücken.
Summer zuckte mit der Nase.

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:09

KAPITEL 2: Einführung

Fast alle Forscher und Assistenten des Alabastia-Pokemonlabors unter Professor Eich hatten sich im großen Hörsaal zusammengefunden. Die Tribünen waren mit Hilfe der Elektrizität von einem Raichu, das ein Trainer vorbeigeschickt hatte, heruntergefahren worden- es herrschte Windstille und das Labor setzte auf Umweltschonung- und alle standen oder saßen in einem großen Möchtegern-Stuhlkreis herum und dirkutierten. Das Thema? War doch zu erwarten. Nur Professor Eich, Tracy und zwei ältere Assistenten waren mit Summer im Nebenraum.
"Ruckzuck-Bombe!"
"Donner-Kuss!"
"Blitzkanone!"
"-diese Attacke gibt es doch schon, Dummkopf!"
So flogen die Vorschläge für die neue Attacke durch den Raum, die ihnen Summer am Abend zuvor so eindrucksvoll demonstriert hatte. Tamara selbst saß etwas abseits und dachte für sich nach. Noch waren die Forscher mit Feuereifer dabei, aber bald würden die lauteren wieder an ihre Übungsforschungen gehen, und die älteren weiter ihren Beschäftigungen nachgehen- oder wissenschaftliche Vorschläge zur Attacke machen, die bei den Studenten und Praktikanten in Tamaras Alter eher nebensächlich waren und kein Gehör fanden. Bis dahin überlegte sie selbst.
Eigentlich ist die Attacke gar kein Ruckzuckhieb, dachte sie und runzelte leicht die Stirn, es ähnelt eher einem Tackle, zumindest von der Kraft her, und die Geschwindigkeit könnte auf Teilen von Agilität beruhen, aber was soll das für eine Attacke sein? Tackle, Agilität, und dazu eine solche Elektrizität- vielleicht kommt die Geschwindigkeit auch von der Umpolung des Bodens durch den Stromausstoß.. was machen der Prof und Tracy eigentlich so lange mit Summer?
In diesem Moment ging die Tür auf und Eich kam herein. Seine Augen glänzten wie die eines kleinen Kindes. Die Assistenten, die grade den Raum verlassen wollten, drehten sich wieder um, einer winkte schnell aus dem fenster und hieß ein paar die draußen wieder an der Arbeit waren, herzukommen. Dann begann der Professor zu sprechen. "Es ist unglaublich. Die Attacke deines Pikachu-" er sah Tamara an, "strahlt Elektrizität aus von bis zu400 Volt!!" Ein Raunen ging durch den Raum und setzte sich draußen fort, als die Nachricht ihre Runde machte. Tamara aber war wieder in Gedanken. Stärke eines Tackle, aber mit Energiefreisetzung von bis zu 400 Volt?!
Das ist ja ganz einfach.
"Volttackle" sagte sie laut.
"Was?" fragte der Professor leicht erstaunt, da Tamaras Kommentar nicht zu seiner Äußerung passen wollte.
"Volttackle. Die Attacke. Stärke eines Tackle aber mit Energiefreisetzung von 400 Volt!" wiederholte Tamara ihren Gedankengang. "Das ist der Name für die Attacke."
Tracy kam herein und setzte Summer auf dem Boden ab. Der nieste protestierend ob seiner ungeheiligten Behandlung, zog es aber vor, statt zu schmollen mit Mo zu spielen. Dieser schnappte sich das kleine Pokemon mit seinen Ranken und wirbelte es hin und her. Die Professoren, die nun wieder einen Grund hatten sich zu drücken, nahmen ein bisschen Abstand und sahen belustigt zu. Andere, die den Vorschlag überdacht hatten, stimmten in zustimmendes Gemurmel ein.
Der Professor sah nachdenklich aus. Erst nach einer Weile bemerkte Tamara dass es in diesem Moment dabei nicht um Summer sondern um sie selbst ging. Dann sah Eich auf und sie direkt an. "Ich glaube, wir haben ein Naturtalent unter uns" sagte er andächtich. Dann nahm er einen Zettel vom Schreibtisch in der Nähe, drückte ihn Tamara in die Hand und sagte: "Ich habe eine Aufgabe für dich. Es ist dein Einstiegstest. Viel Erfolg, du hast so viel Zeit wie du brauchst. Wenn du Fragen hast, ruf mich an." Mit diesen Worten verließ er den Saal und dieser leerte sich zunehmend. "Viel Erfolg" flüsterte Tracy noch. "Das ist nicht einfach, der letzte hat für seinen Einstiegstest 2 Jahre gebraucht." Dann ging auch er, und Tamara war mit Mo und Summer, die sie ernst ansahen, und ihrem Zettel allein.

"... und wir singen..."
Bisasam!
"..und wir singen.."
PIKA PI!
"..und wir singen Fallera, Fallera, Falleri, wir machen eine Reise!"
Dieses Lied sang Tamara schon eine ganze Zeit. Sie hatte sich gleich im Hörsaal auf eine Tischkante gesetzt, die Beine überschlagen, den Zettel studiert und im Geiste eine Liste gemacht mit Dingen die sie vor ihrer Abreise erledigen musste. Denn das war ihre Aufgabe: Abreisen. Sie sollte eine explosionsartige Vermehrung von Waumpi im Vertania-Wald untersuchen, die begann, die Raupi- und Hornliuvorkommen zu gefährden. Also hatte sie sich vom Labor einen Ausweis geholt, der ihr erlaubte, mit Rabatt im Supermarkt einzukaufen. Sie hatte eine neue Karte eingepackt, zwei Flaschen Wasser (die konnte sie immer wieder auffüllen), einen Bisasam-Napf, den sie noch hatte, und mehrere Dosen mit Essen- Ravioli und Pokekekse. Voller Stolz konnte sie schließlich alles zusammen mit Schreibzeug und Handy-ersatzakkus in ihre nagelneue Alabastia-Forschereinheit-Tasche in modischem Kakhi gesteckt, ihre neue Alabastia-Forschereinheit-mütze in waldgrün aufgesetzt und war losgezogen.
Irgendwie dauerte der Weg Bergauf nach Vertania viel länger als der hinab am Tag zuvor.
Und dann traf sie auf den ersten Trainer.
"Heda, lass uns kämpfen!" rief er ihr zu und stellte sich ihr in den Weg. Tamara verzog unwillig das Gesicht- was nützte es einem, wenn man eine Forscheruniform trug und trotzdem aufgehalten wurde?- und setzte zur Erklärung an. "Ich bin nicht zum Kämpfen hier, weil.."
weiter kam sie nicht, denn der Trainer spuckte vor ihr aus, ließ einen Pokeball aufschnappen und ein Glumanda kam heraus. Beinahe augenblicklich griff es Mo an. Dieser machte einen Schritt zur Seite und erledigte das gegnerische Pokemon mit einem einzigen Rankenhieb. Dem anderen Trainer blieb die Luft weg. "Was zum... abr Pflanzen sind gegenüber Feuer im Nachteil!" stotterte er. 2 Jahre Training und jetzt sowas, dachte Tamara und seufzte gequält auf. Dann warf sie dem Trainer einen Trank zu und ging an ihm vorbei. Wieder Zeit verloren. Ich will nicht 2 Jahre brauchen um offiziell dazuzugehören, ich habe vor es in 2 Monaten zu schaffen, ich kann mir so was nicht leisten! Verbissen und ohne einen Weg zurück stapfte Tamara weiter und kurz darauf betraten die drei endlich Vertania City.

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:13

KAPITEL 3: Schwierigkeiten

Tamara spazierte durch das Verbindungshaus zwischen dem Dorf Vertania und der Route, auf der sie unterwegs gewesen war. Sie wollte es sich nicht eingestehen, aber das bergauflaufen bis hierher hatte ihr ein bisschen die Puste genommen. Zwar sollte sie es als Ex-Trainer gewohnt sein, Berge zu erklimmen, die um einiges steiler waren als der eher sanfte Hügel hier, aber sie hatte es sich ein bisschen einfach gemacht auf dem Rückweg (sie war aus Fuchsania City zurückgekommen): zunächst war sie über den Radweg gefahren, aber als sie einen Platten bekam, hatte sie ein netter Biker mitgenommen. Dann, in Safronia, hatte sie die Ibitak-Lady Serenity besucht; diese hatte ihr ein Ibitak geliehen, dass sie mehr oder weniger angenehm bis nach Lavandia gebracht hatte. In der Geisterstadt hatte sie sich einer Touristengruppe angeschlossen, kurze Andacht im Pokemonturm gehalten, das neue Marktgebäude besichtigt und war schließlich mit den Touris in den Felstunnel gegangen. Auf dem Weg für die Neugierigen hingen mittlerweile überall Lampen, und auch als die Führung dann beendet war, war es nicht schwierig gewesen, den Weg nach Azuria zu finden- und ab da war ja alles klar gewesen.
Nachdem sie also wieder zu Atem gekommen war, ging sie auf die gegenüberliegende Tür zu. Wie immer war niemand hier; Vertania war ein eher verschlafenes Plätzchen, trotz seiner unmittelbaren Nähe zum Pokemon-Liga-Eingangsbereich. Sie wollte gerade durch die Tür treten, als ihr doch jemand entgegenkam:
"Zoll, bitte zeigen Sie uns Ihre Papiere und ihre Pokemon!"
"Ähm, das muss ein Missverständnis sein!" stammelte Tamara. Ein Zoll?! In Vertania???!!! "Ich habe nichts zu verzollen, und seit wann brauche ich Papiere?"
Der Zöllner tat ganz souverän. "Das hier ist ein Zoll, und ich muss sie nochmals auffordern mir ihre Papiere für das Mitführen von Pokemon zu zeigen," er deutet auf die beiden Pokebälle an ihrem Gürtel, "und mir ihre Mitbringsel auf den Tisch da zu legen," er deutete auf einen Tisch in der Ecke.
Ein bisschen ratlos packte Tamara ihren Rucksack aus, legte ihre Fliegerbrille dazu und rief ihre Pokemon. "Was genau für Papiere..?" fragte sie, aber der Zollbeamte hörte ihr gar nicht zu. "Alter, Größe, Gewicht, Name und ungefähres Stärkelevel auf einer Skala von 1 bis 100, 100 als stärkstes?" fragte er in einem Rutsch. Immer noch verunsichert, gab Tamara die Daten für Mo und Summer an. "Anliegen?" fuhr der Zöllner fort. "Forschung im Wald!" sagte Tamara, erleichtert, denn nun konnte sie endlich Papiere vorzeigen die ihren Auftrag bestätigten. Der Mann nickte und schlug sin Notizbuch zu. "Einstiegsauftrag , was?" sagte er, nickte ihr noch einmal zu und verließ den Raum.
Er ließ ein verwirrtes und verdattertes Mädchen zurück.

Da es spät geworden war, hatte Tamara die Nacht in einem Pokemoncenter verbracht. Am nächsten Morgen bekamen sie dort (also sie und ihre beiden Lieblinge) auch ein kostenloses Frühstück. Dann zeigte Schwester M. Joy ihr ein Paket, dass eigens für Einstiegsforscher hier deponiert wurde- in diesem befanden sich ein Zelt, eine Taschenlampe und einiges mehr. Natürlich war der letzte Einsteiger schon eine Weile her, und die Sachen waren etwas veraltet; dennoch besser als jede Nacht wieder in die Stadt zurücklaufen zu müssen. Tamara bedankte sich also noch einmal, Summer der Faulpelz setzte sich auf Mos Rücken, und die drei liefen los.
Auf dem Weg durch die Stadt füllte Tamara ihre beiden Wasserflaschen wieder mal an einem Trinkbrunnen auf, dann spazierte sie herum und genoss das frühlingshafte Wetter und die laue Brise. Summer ließ seine Öhrchen flattern und Mo grinste vor sich hin. Für einen kurzen Moment fühlte sich Tamara unwohl, als würde sie jemand anstarren, doch die Pokemon ließen sich nichts anmerken und sie konnte niemanden entdecken, also zuckte sie mit den Achseln und lief weiter, auf den anderen Dorfausgang zu.
Die Gestalt im Schatten lächelte.

Wieder war einige Zeit vergangen, und die drei Freunde hatten das Dorf verlassen um nun den geschlängelten Pfad richtung Wald entlangzugehen. Von Zeit zu Zeit hörten sie es im Gebüsch rascheln, hier und da hüpfte ein Taubsi oder ein Rattfratz, zeitweise auch mal ein Wiesor aus einem Strauch oder Erdloch. Tamara saugte alles in sich auf, und sie wusste dass es ihren Pokemon genauso ging: gerade jagte Summer einem Schmetterling nach, bis dieser sich auf einen hohen Strauch flüchtete; Mo pflückte sich verschiedene Blätter und Blumen und machte einen kleinen Kranz daraus. Als er diesen Tamara hinhielt, freute sie sich riesig, so ein hübsches Geschenk! Kurzerhand machte sie auch einen für Mo, wenn er auch nicht ganz so hübsch war, und sofort stibitzte Summer das Blumenband und rannte fröhlich herum. Das um einiges ältere Bisasam sahs ihm gerne nach.
Ab und an hatte Tamara wieder das Gefühl, angestarrt zu werden; doch auf diesem bevölkerten Pfad war das wohl nur normal. Sie trank ihre Wasserflaschen noch vor Mittag aus, und als sie an einen kleinen Bach kamen, machte das Forscherteam Rast und aß und trank ein bisschen, bevor es frisch ausgeruht weitergehen konnte.
Gegen 5 Uhr kamen sie am Waldeingang an. Ein bisschen nervös war Tamara jetzt doch, schließlich musste sie noch vor Nachteinbruch einen Platz für das Zelt finden und sich ein bisschen umsehen. Schließlich würde sie länger hier sein; und in der Nacht war es bestimmt gruselig... Sie schüttelte diese Gedanken ab und betrat den Wald.
Beinahe sofort war es merklich kühler und dunkler, auch die Geräusche nahmen ab. Ein wenig zögerlich ging Tamara durch den Wald- auf dem Weg nach Alabastia hatte sie einen Umweg genommen um sich nicht zu verirren und weil es ganz einfach angenehmer war. Jetzt musste sie sich in einem Irrgarten zurechtfinden, den sie zuletzt vor fast 2 Jahren betreten hatte...
Schritt für Schritt drang sie nun also in den Wald vor, die Pokemon wieder dicht bei sich. Da, auf einmal raschelte es im Gebüsch! Sie fuhr herum, konnte jedoch kaum etwas entdecken, da raschelte es über ihrem Kopf erneut. Sie stieß einen kleinen Schrei aus, sprang ein Stück zurück und Summer stieß vor lauter Schreck einen kleinen Blitz aus, der die Blätterdecke über ihnen durchbrach und verpuffte- aber nicht ohne etwas zu treffen
Und das etwas fiel herunter, Tamara geradewegs ins Gesicht.
Das Chaos brach aus. Das Mädchen fing unwillkürlich an zu schreien, setzte sich auf den Hosenboden und fuchtelte wie wild herum; Summer quiekte laut und schoss Blitze in alle Richtungen, die noch mehr Dinge aus den Blättern fallen ließen, und Mo war unter einen Busch gekrochen und starrte nervös auf die kleine Lichtung, auf der sie sich befanden-
und dann begann er, zu kichern.
Es war ein seltsames Erlebnis, ein Pokemon kichern zu hören. Endlich hatte Tamara das klebrige etwas aus ihrem Gesicht entfernt, und sie sah erst Mo an, dann besah auch sie sich die Szene- und musste ein bisschen mitlachen. Aber dann tat es ihr auch schon wieder Leid- denn die Dinge, die Summer aus den Bäumen geschossen hatte, waren Panekon und ihre freundlicheren Verwandten Schaloko, genau wie das klebrige Fadengespinst ih ihrem Gesicht. Summer stand mit nervös zuckendem Näschen in der Mitte, und aus den Bäumen ringsum lugten fünf oder sechs Papinella und ein Pudox auf die Szenerie.
Langsam stand Tamara auf, entschuldigte sich und hielt das Schaloko in ihren Armen hoch; es saugte sich mit einpaar Fäden an dem Blätterdach fest und endschwand. Die anderen Kokonpokemon versuchten das gleiche und die Schmetterlinge, das Mädchen und das Bisasam halfen ihnen, am Ende klebte auch Summer ein Panekon an einen Baum und schaute ihm fasziniert beim klettern zu.
"Ich wusste nicht mal, das sie das können!" sagte Tamara verwundert. Dann verschwand das letzte Pokemon, und sie waren wieder allein.
Das Gefühl von Blicken in ihrem Nacken setzte wieder ein, doch erneut war niemand da. "Lasst uns das Zelt hier irgendwo aufbauen!" beschloss Tamara und die Pokemon stimmten zu.
Der Mann hinter der breiten Steineiche lächelte wieder.

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:13

KAPITEL 4: Unfälle

"Ja, fast geschafft, nur noch die Stange in der Mit... NEIN! Mo halt sie fest!" rief Tamara aufgeregt, aber es war zu spät: die letzte Stange, die festgeschraubt werden sollte, löste sich und fiel um- und mit ihr das ganze Zelt. Zum fünften Mal an diesem Abend hatte das Mädchen das dringende Bedürfnis, so fest es konnte gegen einen Baum zu treten, aber sie wollte sich nicht geschlagen geben. Mo hatte es sich in einer Mooskuhle bequem gemacht und sah ihr belustigt zu, und Summer hatte sich verzogen als sie nach dem dritten Versuch einen gaaaaanz kleinen Tobsuchtsanfall bekommen hatte.
Seufzend stand Tamara auf und dehnte den schmerzenden Rücken. Dummes dummes Zelt, dachte sie, wer braucht dich schon? Aber sie wollte es ein letztes Mal versuchen- nach einem kleinen Snack: sie hatte gesehen dass in dem Paket auch eine Packung Kekse verstaut war. Die musste schon was älter sein, aber diese Dinger hielten sich schließlich fast ewig, oder? Also holte sie die gelbe Packung raus und riss sie auf- und dabei fiel aus dem Stoffbeutel, in dem auch das Zelt gewesen war, ein kleines zerknülltes Stück angelaufenes Papier. Sie hob es auf, den Mund schon voll- und prustete so heftig, dass ihr die Krümel aus dem Mund flogen. Hierbei handelte es sich um eine Gebrauchsanweisung. Eine ganz bestimmte Anweisung...

Eine Viertelstunde später war das Zelt aufgebaut und vertäut, die Vorräte in der Mini-Kühltasche verstaut die man zusammengeklappt mühelos im Rucksack verstauen konnte, die Wasserflaschen am Teich um die Ecke gefüllt und die Luftmatratze aufgepumpt. Sogar ein kleines Feuerchen hatte sie machen wollen, aber dann war Tamara wieder eingefallen, dass sie sich in einem Wald befand, auf einer Wiese voller Käferpokemon, und ein Feuer vielleicht ein kleines bisschen unklug gewesen wäre? Also hatte sie nur ein paar dieser Knick-und-werd-warm-Handwärmer angemacht und sie im Zelt verteilt, dass zum Glück isoliert war und die Wärme innen behalten würde. Mittlerweile war es wieder dunkel, und just in diesem Moment spazierte auch endlich Summer auf die Lichtung.
Mo räkelte sich verschlafen in seinem Moosbettchen, doch Tamara sprang auf als sie das Pikachu sah: es war über und über von einer dunkelroten Flüssigkeit bedeckt!
"Oh Gott! Summer, was ist denn passiert?!" Sie kniete sich hin und fing das leicht taumelnde und unter der roten Masse blass scheinende Pikachu auf. Dann suchte sie nach ihrem Erstehilfe-Täschchen.
"Oh gott, Summer, nein, oh mist.." Sie kroch ins Zelt und fand auch endlich das kleine rote Täschchen. Doch als sie nach draußen zurückrobbte-
schleckte Mo gerade den letzten Rest Beerensaft von dem kleinen Pokemon ab und verzog dann ein bisschen verwundert das Gesicht.
Summer hatte sich wieder gefangen und schüttelte sich nur ein letztes Mal, wie um ein Taubheitsgefühl abzuschütteln, dann begann es zu schimpfen.
"Pika! Pikapi! Pi Pika pikapika Pi Pi!!" zeterte es los. Tamara musste unwillkürlich lachen. Es sah aber auch zu süß aus! Jetzt legte das Pikachu den Kopf schief, also wundere es sich, wie sie in so einer Situation noch lachen könne, und das brachte sie noch schlimmer zum Lachen. Summer, der die Situation nicht verstand, beschloss einfach ein bisschen zu schmollen und legte sich in die von Mo warmgelegene Kuhle im Moos unter einer großen Steineiche.
Immer noch grinsend, kroch Tamara wieder ins Zelt in dem es schön warm war und kuschelte sich in ihre Isolationsdecke. Summer würde schon reinkommen, Mo war schließlich hinterher ins Zelt und hatte es sich in einer Ecke bequem gemacht.

Sie musste wohl eingeschlafen sein, denn als sie wieder aufwachte dämmerte es schon. Da ihr Mund wie ausgetrocknet war, trank Tamara erstmal was, dann streckte sie sich und verließ das Zelt. Es war frisch draußen, aber nicht so kalt wie sie gedacht hatte, und so ging sie erst mal zum Waschen an den Bach. Hier war es noch wärmer, weil das Blätterdach der hohen Bäume das Sonnenlicht nicht behinderte. Das wird ein heißer Sommer, dachte Tamara bei sich, perfekt für ein Picknick, oder Strandtage, oder...
Sie hing noch eine Weile ihren Gedanken nach, während sie darauf wartete dass sich die beiden Pokemon blicken ließen. Schließlich machte sie sich selber auf um nach der Herkunft der Beeren zu suchen, mit deren Saft Summer sie gestern no erschreckt hatte. Pikachu hatten in solchen Dingen einen ähnlichen Geschmack wie Menschen, vielleicht waren es ja Lansatbeeren gewesen, die bunt und lecker aussahen und auch so schmeckten. Sie lief eine Weile ziellos herum, immer in der Nähe des Baches, und dann fand sie auch tatsächlich einen Strauch mit dicken reifen Beeren. Sie pflückte ein paar und formte mit ihrem Shirt einen Beutel, um sie zu tragen, dann untersuchte sie die Beeren genauer mithilfe eines Survival-Buches vom Professor. Es waren wirklich die Frühtragenden Lansatbeeren, und als sich das Mädchen eine in den Mund steckte war sie süß-sauer-scharf-trocken-bitter, perfekt ausgewogen, und schmeckte einfach klasse. In Windeseile lief sie los um neue zu besorgen.
Als sie wiederkam fehlte von den Pokemon weiterhin jede Spur und langsam machte sich Tamara Sorgen. Sie aß noch ein, zwei Beeren, steckte die restlichen in die Kühlbox und machte sich auf die Suche.
"Mo? Moooo! Summer! Wo seid ihr??" rief sie durch den Wald. Doch sie fand einfach nichts! Niemand war da, kein Pokemon und auch kein Mensch den sie hätte fragen können. Mutlos wollte sie wieder nachsehen, ob die beiden vielleicht zum Zelt zurückgelehrt waren, als sie einen lauten Ruf hörte:
"Los, Blubber-Attacke!"
Das hörte sich ganz nach einem Kampf an! Vielleicht konnte sie ja mal da fragen?
Kurzentschlossen ging Tamara in Richtung der Rufe. Dort stand ein Junge, ein bisschen jünger als sie, mit einem Schiggi in Angriffsstellung, aber sie konnte keinen weiteren Trainer entdecken? Neugierig geworden, gegen welches Pokemon der Junge wohl trainierte- es musste eigentlich zwangsläufig ein Waumpel o.ä. sein- ging sie noch näher heran-
und erstarrte.
Da auf dem Boden lag ein Bisasam, reglos, offensichtlich schlafend.
Es gab keine wilden Bisasam in diesem Wald ausgeschlossen, der Prof holte sie sichextra von einem weit entfernten Berg namens Silberberg-
dann musste das Pokemon dort aber jemandem gehören. Es gab keinen Trainer außer dem Schiggi-Besitzer.
Tamara stürzte vor und stellte sich der noch harmlosen Blubberattacke in den Weg.
"MO!!!"

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:14

KAPITEL 5: Ratlosigkeit

Die Blubberbläschen des noch untrainierten Schiggi prallten wirkungslos an Tamara ab, jetzt schritt dafür aber der Trainer ein. Er musste zwischen 12 und 13 sein, schon alt für einen Trainer-Anfänger. Genau wie sie damals. Und jetzt war er natürlich verärgert, weil sich ein wildfremdes Mädchen seinem "Fangversuch" in den Weg stellte. Er kam herüber und zeterte los, aber Tamara war abgelenkt und bekam nur Fetzen mit:
".. gerade dabei, ein seltenes Pokemon zu fangen.."
sie strich Mo über die Stirn. Äußerlich machte er einen gesunden Eindruck aber wieso schlief er?
" .. zwei Anfangspokemon, dass.."
Die wenigsten wilden Pokemon in dieser Gegend konnten Schlafattacken überhaupt lernen, und die stärkeren von ihnen wurden meist gleich eingefangen!
".. einfach dazwischengehen, was soll.."
Und die Trainer hatten von so was erst Recht keine Ahnung.. Was war denn los?
"..jetzt einfach ignorieren, also..."
Sanft schüttelte sie Mo. Normalerweise müsste das Pokemon jetzt aufwachen auch wenn es nach einer Hypnose eingeschlafen war, doch Bisasam rührte sich nicht.
".. und überhaupt, was mischst du dich in meinen Kampf ein?!"
Erst jetzt registrierte sie, dass der kleine immer noch hinter ihr stand und zeterte. Er war mittlerweile krabbyrot angelaufen. Sie musterte ihn kurz, kam dann zu dem Schluss, dass er sie nicht weiter interessieren musste, und wandte sich wieder ihrem Liebling zu. Sie zog einen Pokeball - seinen Pokeball- von ihrem Gürtel und versuchte Mo zurückzurufen. Obwohl sie unter diesen Umständen nicht damit gerechnet hatte, öffnete sich der Ball und verschluckte das Pokemon mit einem roten Blitz.
Jetzt blieb dem Jungen der Mund offen stehen. "Da-dada-das war deins?" seine eben noch wutrote Fratze verwandelte sich auf der Stelle in Schamesröte. "Ich.. tut mir wirklich Leid, ich dachte-" aber dann fiel ihm wieder etwas ein. "Sag mal, bist du denn von Sinnen, dein Pokemon bewusstlos oder was-auch-immer mitten im Wald liegen zu lassen?!" Jetzt war er wieder sauer. Und das zu Recht: es war wirklich ihre Schuld, was mit Mo passiert war! Und Summer war immer noch weg..
Sie wollte fragen, ob der Junge ein Pikachu gesehen hatte, aber sie brachte kein Wort heraus. Sie starrte nur auf den Pokeball, dann den Jungen an und dann fing sie an zu weinen...

Irgendwie hatten sie es zusammen zu Tamaras Zelt geschafft. Obwohl der Junge keine Ahnung hatte, wie er sich verhalten sollte, hatte er beschlossen, das weinende Mädchen nicht alleine zu lassen, und hatte- sie mehr oder weniger führend- schließlich den richtigen Platz gefunden. Sie setzten sich hin, und Tamara ließ, immer noch schluchzend, Mo wieder heraus. Er bewegte sich immer noch nicht.. Sie unterdrückte ein neues Losgeheule und beschloss, endlich mal nachzudenken. Sie wollte eine Forscherin werden, verdammt! Sie riss sich also zusammen und flüsterte dem Jungen ein "Dankeschön" zu. Dann stand sie auf. "Kannst du gank kurz hier warten?" fragte sie leise, und er nickte. Sie lief erneut am Flussufer entlang und fand einen weiteren Frühtragenden Strauch- Tsitrubeeren, genau wie sie gehofft hatte. Sie pflückte eine Handvoll Beeren und eilte zurück. Wenn Mo von sowas nicht aufwachte, wusste sie auch nicht!
Als sie wieder ankam, saß der Junge immer noch mit großen Augen am gleichen Platz wie zuvor. Sie lächelte ein bisschen, dann fiel ihr auf, dass das mit tränennassen Wangen vielleicht nicht optimal rüberkam, und sie kniete sich einfach hin und schob Mo die Beeren in den Mund. Einen Moment drückte sie zu, dann setzte der Schluckreflex ein..
Und das Bisasam sprang mit einem so hohen Geräusch auf, dass der Junge fast umfiel. Mo stand da wie erstarrt, zitternd und unfähig sich zu bewegen, so sauer waren die Beeren gewesen.
"Tut mir Leid, kleiner!" flüsterte Tamara. Dann sah sie den kleinen Kerl neben ihr an. "Vielen Vielen Dank" sagte sie ehrlich."Sag mal hast du auch ein Pikachu gesehen?"
Der Junge schüttelte den Kopf, dann beschloss er, die Initiative zu ergreifen. "Ich bin Haku" sagte er schüchtern. Sie musste unwillkürlich lächeln. "Ich bin Tamara. Und das hier ist Mo." Mo, der immer noch unter einem Säureschock stand, machte ein halb-begrüßendes Kehlgeräusch. Haku lächelte. "Schön euch kennenzulernen. Das Pikachu, gehört das auch dir?" fragte er Tamara. Sie nickte "es heißt Summer." Der Junge dachte kurz nach. "Ich helf dir beim Suchen!" sagte er kurzentschlossen.
"Was? Aber du bist doch grade erst als Trainer ausgezogen!" meinte Tamara erschrocken. Sie wollte ihn nicht von seinen Träumen abhalten. Doch er schüttelte den Kopf. "Meine Eltern wollten das, und nach 3 Jahren ham sie mich auch soweit bekommen. Ich mag mein Shigy auch jetzt schon, aber.." er zuckte mit den Achseln. "Es wäre mir nur Recht. Wenn du da kein Problem mit hast." Sie schüttelte den Kopf, und drückte ihn einmal ganz fest.
Er wurde rot, stammelte ein "kein Problem", dann lachten beide und schließlich machten sie sich gemeinsam auf den Weg, Summer zu suchen..

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:14

KAPITEL 6: Angst

"Haaaaallo! Suuuuuuummmer!"
"Hey, Pikachu! Komm raus, komm raus, wo immer du bist!"
"Bisa Bisasam!"
Schon viel zu lange irrten sie durch den Wald und suchten nach Summer. Der Wald war endlos, wenn man nicht gerade den direkten Weg nach Mamoria wählte, und noch immer hatten sie nicht mal die Hälfte durchsucht- ganz zu schweigen von der Möglichkeit, dass Summer ebenfalls nach ihnen suchte und sie sich ständig verfehlten.. es war hoffnungslos.
Tamara unterdrückte die Tränen, die erneut in ihr aufstiegen, und drehte sich zu Haku um. Er sah müde aus und hungrig, kein Wunder, sie liefen schon seit Stunden durch diesen dummen Wald und waren zum Glück schon wieder fast am Zeltplatz angekommen. Siedend heiß fiel Tamara ein, dass ein Pokemon ihre Vorräte geplündert haben könnte, und sie beeilte sich schweigend ein wenig mehr, auch wenn sie nicht daran glaubte; im Wald gab es genug Futter.
Dann kamen sie an den Platz, an dem das Zelt stand-
oder vielmehr, an dem es stehen müsste.
Es war verschwunden.
Für einen Moment dachte sie, es sei einfach die falsche Lichtung. Schließlich waren sie weit gelaufen, und entlang des Baches gab es garantiert mehrere dieser kleinen Flecken; außerdem wurde es schon wieder dämmrig. Dann bekann Mo, im Gebüsch herumzurascheln, und als er wieder herauskam, mampfte er in aller Seelenruhe Kekse.
Kekse aus einer gelben Tüte- ihre Kekse.
"Ach du liebe Zeit" flüsterte sie. Das Zelt war spurlos verschwunden, genau wie die meisten ihrer Sachen; mit Hilfe des verwirrten und ängstlich gewordenen Jungen sammelte sie alles zusammen, was sie in der Umgebung finden konnten. Es war nicht gerade viel: Eine Taschenlampe, ein Feuerzeug; die Decke lag halb im Fluss und musste erst trocknen, was in der Nacht dauern könnte, aber immerhin. Außerdem fand sie ein halb zerfleddertes Beeren-Buch und ihren Notizblock, der nur etwas schmutzig geworden war, sowie ihren Rucksack, der leider in einem Dornengestrüpp hing.
Schließlich hatte sie alles ausgebreitet.
"War das ein Pokemon? Hier aus dem Wald?" flüsterte Haku heiser. Sein Schiggy, welches die Decke aus dem Fluss gezogen hatte, sag ebenfalls nervös aus.

*****

Für einen Moment war Tamara versucht, ja zu sagen. Eigentlich schien es auf der Hand zu liegen, dass das ein Pokemon gewesen war... Aber es gab ein paar Dinge, die sie störten.
"Ich weiß nicht.." antwortete sie. "Das erscheint mir irgendwie zu viel Pech auf einmal.. warte mal.. Hey, würde ein Pokemon nicht eher Essen stehlen? Also die Kekse.." sie deutete auf Mo, der gerade die letzten Kekse aufmampfte und sich dann in seiner Mooskuhle zusammenrollte wobei er sich jedoch nervös umsah.
"..und die Beeren.." erst, als sie darüber nachdachte, fielen ihr die überall auf der Lichtung verstreuten, teilweise zermatschten Beeren auf. Und erst dann bemerkte sie auch die unheimliche Stille, die über der Stelle lag.
"Äh. Gestern war hier noch alles voller Papinella, Pudox, Waumpel, Panekon und Schaloko.. der ganze Ort war voll davon! Und jetzt..." sie lauschte in den Wald, doch sie hörte nichts, noch nicht einmal den Wind. "Mo, Lockduft!"
Mo rappelte sich auf, offensichtlich froh, eine Beschäftigung zu bekommen. Er öffnete seine Zwiebel ein wenig und verströmte einen angenehmen Geruch.
Gleich beruhigte sich Tamara ein wenig, auch Haku und sein Schiggy gaben sich einen Moment dem Duft hin. Dann verteilte er sich im Wald und die Nervosität kam zurück- denn nichts passierte.
Selbst Haku war klar, dass es jetzt hier von Schmetterlingspokemon nur so wimmeln müsste, aber nichts geschah.
"Siehst du? Das meine ich. Was auch immer hier passiert ist, es war kein wildes Pokemon!" Haku nickte; er sah es ein. "Aber was wollen wir jetzt machen?" fragte er sie. Tamara sah sich um; mittlerweile war es unter den Blättern schon fast Nacht. "Wir sollten uns hinlegen" sagte sie schweren Herzens. Und beten, dass es Summer gut geht und dass er einen Platz zum Schlafen hat und etwas zu essen, fügte sie in Gedanken hinzu. Sie legten sich also hin, so eng wie möglich, bevor es peinlich wurde, denn nachts war es im Wald doch ziemlich kühl und die Heizkissen waren alle verschwunden... auch Mo und das Schiggy blieben in der Nacht draußen um ihre Trainer zu wärmen. Kombiniert mit der Iso-Decke, die halbwegs trocken war, entstand tatsächlich wie eine Art Wärme (xD).
Dennoch konnte niemand wirklich schlafen...
Haku hatte Angst, dass, was auch immer hier gewesen war, zurückkehren würde;
Tamara hatte Angst um Summer;
Mo hatte Angst, weil alle Pokemon in der Umgebung verschwunden waren;
und Schiggy hatte Angst weil es spürte dass die anderen Angst hatten...
In dieser Nacht bekam niemand ein Auge zu.

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:14

KAPITEL 7: Suche & Entdeckung

Als Haku am nächsten Morgen aufwachte, war Tamara verschwunden- und die beiden Pokemon ebenfalls.
Voller Angst sprang er auf. Sie hatte doch nicht sein Schiggy gestohlen? Das konnte doch nicht alles nur gespielt gewesen sein? Unmöglich! Dennoch bekam er es mit der Angst zu tun. Meine Eltern bringen mich um, dachte er...
Tamara war an diesem Morgen früh aufgestanden, um alles ein wenig zu organisieren und um sich abzulenken. Als sie schließlich doch eingeschlafen war, war es schon fast wieder Morgen gewesen, und dementsprechend fühlte sie sich wie gerädert; sie hatte sich also am Bach gewaschen (Haku schlief ja noch, also hatte sie ein Bad genommen) und dann versucht, etwas zu Essen zu finden. Mo hatte sich schließlich dazu aufgerafft ihr zu helfen, und gemeinsam hatten sie ein paar Beeren gefunden und einen Apfelbaum. Dann hatte sie das Bisasam losgeschickt, Holz zu holen- zum Teufel mit "kein Feuer im Wald", hier am Flussufer konnte eh nichts passieren- damit es in der nächsten Nacht nicht so kalt werden würde und sie kochen konnten; schließlich war auch Schiggy aufgewacht und hatte Tamara mit seinem Tackle geholfen, ein paar Äpfel gefahrlos vom Baum zu bekommen. Dann hatte sie den Pokemon aufgetragen, sich weiter um alles zu kümmern aber Haku nicht zu wecken, und war in die Stadt gefahren um einzukaufen.
Als sie in Vertania ankam, war der Zöllner nicht da, was sie beruhigte; sie hatte jetzt wirklich nicht den Nerv dazu, und sowieso kam ihr der Typ im Nachhinein doch ziemlich verdächtig vor. Sie ging also als erstes ins Pokemoncenter, wo sie der Schwester von ihrem Unglück berichtete, die ihr daraufhin sofort ein paar Dosen Futter für die Pokemon mitgab. Dann rief Tamara den Professor an und sagte auch ihm Bescheid, auch dass Summer verschwunden war. Der Prof wurde daraufhin reichlich nervös und versprach, ein paar Jüngere Assistenten zur Hilfe beim Suchen vorbeizuschicken; Tamara beschrieb ihm also noch die Stelle, an der sie campten und legte dann auf.
Im Supermarkt kaufte sie ein bisschen Dosenessen und Tütensuppen. Dann machte sie sich auf den Weg zurück.
Als sie ankam, war es schon Mittag. Sie ließ sich auf den Boden fallen und ruhte ihre Beine aus, dann kam Haku auf die Lichtung mit Wasser in einem kleinen Topf. Den hat ihm garantiert seine Mutter mitgegeben, dachte sie und lächelte ein bisschen. Haku wurde rot, als er sie da sitzen sah, als wäre ihm ein peinlicher Gedanke gekommen, aber sie kümmerte sich nicht weiter und half ihm einfach beim Tragen. Die Pokemon lagen in der Sonne und dösten vor sich hin.
Schließlich brachten sie auch ein Feuer in Gang und kochten sich eine Suppe. Frisch gestärkt ging es danach wieder los- Summer wollte gefunden werden. Tamaras Sorge hatte sich in Zorn verwandelt- egal wo Summer war, er wäre längst zu ihr zurückgekehrt wenn er könnte; also musste ihn etwas- oder jemand- daran hindern, und der sollte ihr besser nicht unter die Augen treten! Sie hinterließ eine Nachricht, falls die Assistenten vor ihrer Rückkehr kommen sollten, und dann ging es los gen Westen; in dieser Richtung hatten sie noch nicht gesucht.
Mo schnupperte hier und da und fing nach einer Weile tatsächlich eine Spur auf, die von Summer kommen könnte. Hier und da trafen sie vereinzelt auf Pokemon, mit denen sich er und Schiggy zu unterhalten versuchten, doch sie flohen, als sie die Menschen sahen; es waren auch viel weniger als in anderen Teilen des Waldes. Ein ungutes Gefühl beschlich Tamara und Haku. Was war denn hier los?
Dann brachen sie durch das letzte Unterholz vor einer Lichtung von den Ausmaßen eines Fußballfeldes, die offensichtlich frisch gerodet worden war-
um Platz für ein Gebäude zu schaffen.
Es wurde noch gebaut, das war offensichtlich; überall standen Gerüste, und hier und da waren unfertige Mauern zu sehen, doch keine Arbeiter? Tamara schaute auf ihr Handy. Drei Uhr- alle machten wahrscheinlich grade Mittagspause. In diesem Moment spürte sie, dass Summer hier war, und Mo schien es genauso zu gehen: an diesem Ort mitten im Wald, vor dem alle Pokemon sichtliche Angst hatten, saß ein kleines Pikachu mit ungewöhnlichen Fähigkeiten fest, und es war ihre Aufgabe, es da rauszuholen!
"Lass uns reingehen" flüsterte sie Haku zu. Er nickte, und ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit überkam sie; sie kannte ihn erst wenige Stunden, und dennoch war er bereit, für sie eine Menge aufs Spiel zu setzen. Das war wahrhafig nichts selbstverständliches.
An einem Baugerüst in der Nähe versuchten sie ihr Glück. Tamara kletterte zuerst hoch, Mo sicher an ihrem Gürtel verstaut; er konnte schließlich nicht klettern. Auch Haku rief Schiggy leise zurück, dann folgte er ihr. Vorsichtig spähten sie durch ein noch unverglastes Fenster; dahinter war ein halbeer Meter beleuchtet, dann wurde es dunkel, trotz der weiteren Fenster im Raum. Doch niemand schien da zu sein, also stiegen die beiden leise ein und sahen sich um. Hier und da lagerten Säcke mit Sand und Kalk, aus denen man Mörtel mischte; ein paar fertige Fensterscheiben lehnten an der Wand, und ein Eimer Farbe stand in der MItte des Raumes. Sonst war er leer, und die unverputzten Wände gefielen ihr nicht, also bedeutete sie ihrem Begleiter, ihr zu folgen, und öffnete die Metalltür am Ende des Raumes einen Spalt.
Der Gang dahinter sah schon fertiger aus. An den Wänden war weiße Tünche, und auf dem Boden lag ein - wenn auch schmutziger- Teppich; es gingen noch einige weitere Türen ab, aber niemand war zu sehen. Die beiden Jugendlichen schlichen also heraus und sahen sich weiter um. Ein kleiner Seufzer entfuhr Tamara, als sie daran dachte, dass sie alle diese Türen würde öffnen müssen, um Summer zu finden; dann fiel ihr wieder ein, dass Haku sie begleitete, und das machte ihr Mut. Vorsichtig und beinahe lautlos öffnete sie die nächste Tür- und stand vor einem Abgrund.
Hier war offensichtlich außer der Tür nichts von einem Zimmer vorhanden, nicht einmal ein Gerüst; sie konnte geradewegs auf den Waldboden unter ihr sehen und wäre sicher gefallen, wenn Haku sie nicht um die Tallie gepackt und zurückgezogen hätte. Zitternd setzte sie sich erst einmal an die Wand und versuchte sich zu beruhigen, während Haku die Tür wieder zumachte. "Sei nächstes Mal ein bisschen vorsichtiger" wisperte er ihr ins Ohr und half ihr hoch. Tamara nickte und ging den Gang ein Stück weiter; sie hatte von außen gerade gesehen, dass die beiden Räume
nebenan ebenfalls nicht vorhanden waren. Gerade als sie die Hand auf die nächste Türklinke legen konnte-
flog diese auf und sie standen einem Mann in einem staubig-blauen Overall gegenüber.
"Was zum?!"

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:14

KAPITEL 8: Gefangenschaft & Gefühlschaos

Der Mann sah Tamara einen winzigen Moment einfach nur verwundert an und sie starrte erschrocken zurück. Dann schlug Haku die Tür zu, packte sie am Arm und rannte los. Hinter ihnen flog die Tür wieder auf und prallte gegen die Wand. "Stehenbleiben!" rief jemand hinter ihnen her, doch sie rannten einfach weiter; links einen weiteren Gang entlang, dann rechts, und schließlich, als sie außer Sichtweite der Verfolger waren, zog Haku wahllos eine weitere Tür auf, hoffte das beste und drängte Tamara mit hinein.
Es war das typische Klischee: sie saßen in einer Besenkammer...
"Danke" flüsterte Tamara leise. Das war nun wirklich ein bisschen viel Schreck auf einmal gewesen. "Meinst du die finden uns?" fragte sie noch, aber Haki legte nur den Finger an die Lippen, wie um zu sagen: Wenn du still bist, dann nicht. Sie nickte also leise und dann warteten sie ab.
Die Verfolger kamen um die Ecke; sie konnten ihre polternden Schritte hören. Dann sagte einer: "Verdammt, wohin sind die Kinder abgehauen? Die müssten doch hier sein?!" Zustimmendes gemurmel von eins, zwei, vier Personen war die Antwort. Tamara und Haku hielten die Luft an.
"Frag doch dein Hündchen" sagte einer gehässig. Ein weiterer lachte; der Angesprochene murmelte etwas von "wollt ich ja eh machen" und man hörte einen Pokeball aufschnappen- und im nächsten Moment ein Schnüffeln.
"Los, Hunduster, finde die Eindringlinge!" sagte der Besitzer.
Haku schloss die Augen und schickte ein Stoßgebet gen Himmel; hier drin konnten sie sich nicht verteidigen! Auch Tamara wurden die Hände feucht. Oh man, bitte finde uns nicht!
Dann stieß das Hunduster direkt vor der Tür zur Besenkammer ein triumphierendes Heulen aus, und beinahe wäre ihr das Herz stehengeblieben. Für einen Moment war alles still, dann begannen die Männer zu lachen. Irgendwo kratzte etwas, dann verstummte das Gelächter wieder. "Hm, hier sind sie nicht" sagte jemand und eine Tür schlug zu. "Was ein dummer Hund!" ein dumpfer Schlag war zu hören, dann ein Jaulen, schließlich Schritte die sich entfernten.
Noch eine ganze Weile blieben Tamara und Haku regungslos stehen, dann bekam sie einen Krampf im Bein und er beschloss, das Risiko einzugehen und hinauszusehen. Er drückte die Türklinke herunter und drückte-
nichts geschah; sie bewegte sich keinen Millimeter. Auch beim Ziehen ging die Tür nicht auf. "Klemmt sie?" fragte Tamara ängstlich, doch Haku schüttelte den Kopf. "Die haben uns eingeschlossen." Auf einmal wurde sie ganz mutlos: das war das kratzende Geräusch gewesen. Sie setzte sich auf einen Eimer und seufzte. "Verdammt! Was sollen wir jetzt amchen?" Ihr war nach heulen zu Mute, aber Haku schüttelte den Kopf und begann, die Holztür mit Tritten zu bearbeiten. "Was immer die mit uns vorhaben, sie haben ziemlich sicher ihr Hunduster geschlagen, und das ohne Grund, nur um uns zu täuschen!" stieß er hervor. Seine Stimme war wutverzerrt. "Und was immer auch passiert, so etwas werde ich ihnen nicht durchgehen lassen!" Die Tür erzitterte unter einem erneuten Schlag leicht, öffnete sich jedoch nicht. Tamara warf einen kurzen Blick auf Hakus Gesicht. Sie empfand Bewunderung für diesen Jungen, der mehr an ein fremdes Hunduster dachte als an sich. Was für ein Mann, dachte sie und musste über sich selbst lächeln. Dann stand sie auf und half ihm mit der Tür.
~~~~~
Schließlich war es das reine Glück, dass sie entkamen.
Die Tür war wirklich stabil gebaut und auch nach dem Aufbieten all ihrer gemeinsamen Kraft schafften sie es nicht, sie einzuschlagen. "In Filmen sieht das immer so einfach aus!" stöhnte Tamara, und Haku nickte und rieb sich mit verzogenem Gesicht die schmerzende Schulter. "Versuchen wir es noch einmal?" fragte er matt. Sie nickte, setzte sich aber kurz auf einen Eimer. "Moment noch."
Eigentlich hatten sie ihre Pokemon rufen wollen, aber in dieser Kammer war es viel zu eng, und der Versuch hatte mit einer Platzangst-Erfahrung geendet. Die Attacken hätten hier drin alles bloß noch schlimmer gemacht.
"Wozu braucht eine Besenkammer so eine Tür?" fragte sich Tamara stöhnend. "Ich meine, das Gebäude ist neu und durchgeplant, und eine so stabile Tür nur damit keiner einen Besen klaut ist eigentlich zu teuer, oder?" Damit konnte Haku auch nicht viel anfangen und zuckte nur mit den Achseln. "Keine Ahnung. Vielleicht, um Leute wie uns da drin einzusperren?" Er setzte sich ebenfalls einen Moment und rieb sich die linke Hand, die schon rot und dick war vom vielen schlagen. Daher sah er sich einen Moment um, entdeckte dann eine Harke mit Metallende und legte seine Hand an das kühle Eisen. "Haa, das tut gu-" in diesem Moment kippte die Harke nach vorne und riss ein paar andere Werkzeuge mit sich. "Waaah!" stieß Halu aus, als ihn die Garten- und Putzsachen begruben, aber Tamara hatte etwas weitaus interessanteres entdeckt: Hinter den Werkzeugen war ein Loch in der Wand! Nur ein kleines, in dem drei Steine fehlten- diese lagen auf dem Boden.
"Haku, du bist ein Genie!" rief Tamara, die jetzt wieder Hoffnung schöpfte. Sie umarmte den Jungen, der sich grade wieder aufgerappelt hatte, stürmisch und drückte ihm vor lauter Übermut einen Kuss auf die Wange. Während sie sich wieder der Wand zuwandte, setzte er sich gleich nochmal hin und rieb sich überrascht das Gesicht. "Komm schon, hilf mir!" sagte das Mädchen und spähte durch das Loch. Der Raum dahinter war offensichtlich schon fertig, hatte aber- wie der, durch den sie hereingekommen waren- noch keine Scheiben. Aber die Wand war neu, der Möftel war noch frisch; vielleicht konnten sie das Loch vergrößern!
Ohne langes Zögern steckte Tamara ihre Hand durch das Loch, in der sie den Pokeball hielt, und ließ Mo in dem Raum auf der anderen Seite erscheinen. "Los, hilf uns!" sagte sie, schnappte sich eine Hacke und begann, den Mörten zwischen den Steinen herauszukratzen. Mo halt auf der anderen Seite mit Rasierblatt und Tackle-Attacken, während Haku, der sich endgültig hochgerappelt hatte, mit neuem Feuereifer an die Arbeit ging...
Bald hatten sie das Loch weit genug vergrößert, dass sie durchschlüpfen konnten. "Ich zuerst" sagte Haku. "Der Boden hält zwar ein Bisasam aus, aber wir sind schwerer, und ich will nicht, dass du runterfällst." Er stieg durch das Loch, bevor sie noch etwas sagen konnte. Wider Erwarten bemerkte Tamara, dass sie rot wurde; er war schon irgendwie ein toller Kerl, und gut aussehen tat er auch noch.. Sie schüttelte diese merkwürdigen Gedanken ab und folgte ihm durch das Loch, da der Boden offensichtlich hielt.
Von hier aus gingen wieder mehrere Türen ab. Sie entschieden sich für die rechte; dahinter war ein Raum, der genauso aussah wie der vorherige- und dahinter schon wieder. So langsam hatte sie keine Lust mehr; sie hatte Hunger und Angst und ihr war kalt, aber Summer ging es vielleicht noch viel schlechter.. Also liefen sie weiter, und auch Haku beschwerte sich nicht. Und schließlich öffneten sie eine Tür zu einem Raum, hell beleuchtet, mit Fliesen auf dem Boden, doch ohne Fenster, mit einigen Maschinen, die Tamara an die in Professor Eichs Labor erinnerten..
Und mit Käfigen, an den Wänden gestapelt, in denen sich Pokemon stapelten.
Es waren vornehmlich Raupi und Hornliu. Damit hätten wir mein Problem geklärt, dachte Tamara, aber es war eher ein Nebengedanke; viel wichtiger war es, die armen Dinger zu befreien-
"Pikaaa!"
Das war Summer! Beinahe gleichzeitig drehten sich die beiden Jugendlichen um. Da saß das kleine Pikachu, in der Nähe der Tür, und hüpfte freudig hin und her! "Oh man, Summer! Endlich habe ich dich gefunden!" mit einer schnellen Attacke hatte Mo den Käfig aufgebrochen und Summer war geradewegs in Tamaras Arme gesprungen, wo sie sich jetzt glücklich aneinander kuschelten. Pikachu hatte seiner Trainerin viel zu erzählen und legte auch gleich los, was sie und Haku gleichermaßen zum Lachen brachte. Er hatte sein Schiggy gerufen, dass sich die allgemeine Heiterkeitt kurz verwirrt ansah und sich dann in Eigenarbeit daran machte, weitere Käfige zu öffnen. Das brachte alle auf den Boden der Tatsachen zurück, und sie halfen fleißig mit, als plötzlich eine gemeine Stimme ertönte..
"Nein, wie rührend!"

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:14

KAPITEL 9: Mut ?

"Waaaah!" machten beide wie auf Kommando und fuhren herum. Ihre Pokemon schreckten ebenfalls hoch. Als Pikachu den Sprecher sah, der über ihnen auf einer kleinen Empore stand und sich über das Geländer beugte, stieß es ein fürschterliches Quietschen aus, bei dem Tamara beinahe einen Niesreis bekam, weil es sie in der Nase kitzelte, sprang dann auf ihre Schulter und versteckte sich unter ihren Haaren. Haku wurde blass- oder vielleicht war er es auch die ganze Zeit schon gewesen, aber sie hatte es nicht gesehen, weil sie nicht genau hingesehen hatte? Noch bevor sie etwas sagen konnte, schwang sich der Mann über das Geländer und landete elegant genau vor ihnen.
Tamara stauchelte vor Schreck einen Schritt rückwärts und stolperte glatt über Mo, der sich zwischen ihren Beinen versteckt hatte. "Waah" machte sie noch einmal, bevor sie umkippte, dann war auf einmal der Junge da und fing sie auf, während Summer sich mit einem fliegenden Schulterwechsel rettete. "Woah, danke!" sagte sie und wurde ein bisschn rot. Als sie ihn ansah, vergaß sie glatt, dass sie in Gefahr schwebten. Und als er sagte "keine Ursache" überkam sie ein Gefühl der Dankbarkeit, das so groß war, dass es ihr glatt die Spracht verschlug.. Warum war er nur so nett zu ihr?
Doch noch bevor sie ihn fragen konnte, ertönte vor ihr ein tiefes Grollen und die Realität kehrte zurück mit einer Wucht wie ein Schlag ins Gesicht. Sie drehte den Kopf, um nach der Ursache des Geräusches zu fahnden-
"nicht schnell genug" sagte die Stimme.
Aber Haku war schnell genug, sie fallen zu lassen und sie damit aus der Schusslinie zu bringen.
Er selbst hatte nicht so viel Glück.
Die Wasserstrahlen des gegnerischen Pokemon trafen ihn mit voller ucht und schleuderten ihn durch die Luft. Tamara bekam nur mit, dass seine Füße mitgerissen wurden, dann sprang sie auf, taumelte kurz wegen des Sturzes zuvor. Dann rannte sie zu ihm, ohne auch nur einen Blick zurückzuwerfen. Hinter ihr brach Lärm aus, es klang wie ein Kampf, doch darum konnte sie sich im Moment nicht kümmern; Haku war verletzt.. Er lag einfach da, wo er hingefallen war, völlig regungslos, ein bisschen abgebröckeltes Gestein von der Mauer auf sich. Es war alles was sie sah. Und das viele Blut..
Diesmal war es kein Saft irgendwelcher Beeren, und dieser absurde Gedanke war es, der ihr beinahe den Verstand raubte. Haku war wirklich verletzt, ohne jeden Zweifel, und sie wusste nicht was sie tun sollte! Sie war für einen solchen Fall nicht ausgebildet worden.. das sollte in ihrer Ausbildung erst später drankommen..
Man muss einen Druckverband machen! Der Erste Hilfe-Kurs für anstehende Trainer schlug durch. Mit einem Stück stoff fest die Wunde bedecken, damit die Blutung stoppt..
Tamara sah sich nach einem Stück Stoff um, erwog dann, ihr Shirt zu nehmen- aber das war so schmutzig.. Dann kam ihr die rettende Idee. Raupi konnten Seide produzieren- tatsächlich hatten einige der freigelassenen Pokemon schon mit einem Kokon begonnen, um sich vor den umherfliegenden Attacken zu schützen; es brannte bereits ein heißer Kampf zwischen Mo, Summer und einem großen Wasserpokemon, das sich unglaublich schnell bewegte. In Windeseile rannte Tamara zu einem spinnenden Raupenpokemon und zog es einfach mit, wobei sie den Faden immer wieder um ihre Hand wickelte, wo er zu einer dicken Masse verklebte. Schließlich ließ sie das Raupi wieder los, woraufhin es sich in Höchstgeschwindigkeit an Ort und Stelle einspann, doch das interessierte sie gerade nicht. Sie nahm den weichen, Verbandartigen Klumpen und drückte ihn auf die Wunde an Hakus Kopf.
Das Wunder geschah: die Seide verklebte mit seiner Kopfhaut und stopfte die Blutung.
Beinahe wäre sie jetzt in Tränen ausgebrochen, doch sie gestattete sich keinen Moment der Schwäche. Sie hatte genug Filme gesehen um zu wissen dass sie dann zusammengebrochen wäre. Stattdessen wandte sie sich um und betrachtete zum ersten Mal den Kampf.
Das gegnerische Wasserpokemon kannte sie nicht, aber es war ziemlich groß und hatte etwas von einem Riesenpinguin mit einem goldenen Dreizack auf dem Kopf. Woraus der wohl besteht, fragte sie sich, dann schlug ihre Trainererfahrung durch und sie ging von der Rolle des Beobachters zu der des Trainers über.
"Mo, Distanzattacken! Halt dich von dem Schnabel fern!" rief sie ihrem Bisasam zu, denn das andere Pokemon war offensichtlich teilweise Vogel. Das hatte jedoch auch eine gute Seite. "Summer, Donnerblitz-Attacke!" das Pikachu startete einen Angriff aus nächster Nähe, jedoch ob des plötzlichen Eingreifens der Trainerin eher zaghaft und ging sogleich wieder auf Distanz. Es war jedoch offensichtlich sehr aufgebracht gegen den gegnerischen Trainer..
Das musste man ausnutzen!
"Mo, Summer, Position RB!"
Sie war eigentlich kein Freund von einstudierten Abläufen, aber in der Zeit, in der Doppelkämpfe immer beliebter wurden, hatte es sich als nützlich erwiesen, ein paar Muster parat zu haben, da es oft nicht einfach war, in Sekundenschnelle zwei Pokemon auf einmal zu koordinieren.. Eines davon würde jetzt zum Einsatz kommen. Es war eigentlich ganz einfach- R stand für Rasierblatt und B für Blitzattacke, wie sie den Volttackle vor der Namensänderung kurz genannt hatte. Und genau das wendeten die Pokemon jetzt auch an.
Doch für die Ausführung hatte Tamara keinen Blick mehr, als Haku neben sie trat.
Er war leichenblass im Gesicht und offensichtlich wackelig auf den Beinen, völlig durchnässt und mit einem riesigen weißen Klebe-klumpen auf der Stirn, aber er lebte und konnte sich bewegen..
"Was geht denn jetzt ab" murmelte er völlig verwirrt. Tamara sah ihm einen winzigen Moment mitten ins Gesicht.
"Du hast da was" sagte sie todernst und deutete auf seine Stirn.

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:15

KAPITEL 10: Verrat

"Hä?" machte Haku ein wenig begriffsstutzig und patschte sich mitten an die Stirn. Beinahe wäre er hingefallen, Tamara konnte es an seinem Blick sehen. Das musste ziemlich wehgetan haben.. "Idiot" murmelte sie und wandte sich wieder dem Kampf zu, der nach wie vor erbittert tobte. Doch sie ließ ihn sehen, dass sie lächelte, als sie das sagte, und er sagte denn auch nichts; trotzdem zog er sich lieber in eine Ecke zurück und überließ ihr das Kampffeld fürs erste. Darum hatte sie ihn ohnehin bitten wollen- hier konnte er ihr nicht helfen.
Endlich hatte sie alle Aufmerksamkeit wieder bei den Pokemon und sofort begann es in ihrem Kopf zu arbeiten.
Im Labor hatte sie ihren Pokedex aktualisieren lassen- mittlerweile gingen fast täglich neue Daten ein, da ein neuer Professor in einem weiter entfernten Land sich in die Gruppe Kanto-Jotho-Hoenn eingeschaltet hatte, und so etwas konnte nie schaden- und während sie Mo und Summer Anweisungen gab, kramte sie fieberhaft in ihrer Tasche um ihn zu finden. Und endlich hatte sie etwas rechteckiges in den Fingern! Doch genau in diesem Augenblick startete das Pinguin-Pokemon eine weitere mächtige Wasserfontäne, und in der Aufregung, die Tamara während dieses Kampfes ergriff, entglitt ihr die Maschine wieder.
Stattdessen sah sie sich um. Mo gab sich alle Mühe und landete auch ein ums andere Mal gute Treffer, doch er war nicht besonders schnell und musste immer wieder Angriffen ausweichen, während der Gegner sich trotz seiner Größe unglaublich schnell bewegen konnte; Summer dagegen landete Treffer und wich gleichzeitig aus, konnte jedoch keine starken Attacken einsetzen, während so viele andere Lebewesen in der Nähe waren; außerdem war er für Donner & CO noch viel zu unerfahren! Für Volttackle brauchte er eine gerade Anlaufbahn und der Gegner musste stillhalten..
"Mo, Rankenhieb! Halt ihn fest!" rief sie, in der Hoffnung, dass dieser riesen-Pinguin nicht Vogel genug war, um etwas zu unternehmen- doch gerade, als sie Summer zum Volttackle animieren wollte, pickte der Gegner einmal zu und Mo zuckte zurück; er keuchte inzwischen heftig.
Tamara zog endlich ihren Pokedex aus der Tasche.
Impoleon, ein Pokemon des Typs Wasser/Flug/Stahl aus dem Gebiet Sinnoh. Wird in seiner Kleinform Plinfa als Starterpokemon ausgegeben. Spezies: Kaiserpinguin
Tatsächlich, ein Flug-Wasser-Stahltyp, dachte sie und musste an sich halten um es nicht bewundernd anzusehen. Mo hatte keine Chance, denn er war zwar gegen Wasser-typen effektiv, gegen diesen übermächtigen Gegner konnte er aber nichts ausrichten. Sie musste ihn zurückrufen, aber was würde aus Summer? Allein hatte dieses junge Ding auch keine Chance..
Tamara warf einen schnellen Blick zu Haku. Er stand unweit von der Tür und war gerade dabei ein paar Raupi zu evakuieren, obwohl er sich kaum auf den Beinen halten konnte.. was für ein toller Kerl, was für ein Idiot, wenn er nur nicht so jung wäre..?
Sie fasste einen Plan. Den Kampf gegen Impoleon konnte sie nicht gewinnen. Sie mussten hier raus und auf die Verstärkung warten..
"Mo, zurück! Summer, Donnerblitz!"
Beide Aktionen wurden sofort ausgeführt. Mitten in der Blitzattacke rief Tamara ihr Pikachu ebenfalls zurück, rannte schon in Richtung Tür und noch bevor alle anderen wussten, wie ihnen geschah, hatte sie Haku schon am Arm gepackt und hetzte den Gang hinunter, auf das Fenster zu, durch das sie gekommen waren.."Stehen bleiben!" schrie der Mann mit dem Mantel hinter ihnen her, doch sie rannte weiter. Sicher bleib ich stehen, dachte sie voller Verbitterung, und dann bringst du uns alle um, wieso nicht? Und sie rannte, rannte durch alle Zimmer, an die sie sich erinnerte, und spürte noch schwach wie sich Haku gegen ihren Griff wehrte- aber sie konnte jetzt nicht zuhören, konnte nicht anhalten-
bis ihr ihr eigener Fehler bewusst wurde.
Sie waren hierher gekommen, nach einer Verkettung unglücklicher Umstände- sie waren hier hergekommen durch die Besenkammer.
Das war es, was Haku ihr hatte sagen wollen, und sie hatte ihn nicht gelassen, und jetzt standen sie da, vor dem Loch in der Wand, vor einer verschlossenen Tür, und es blieb ihnen nichts übrig als sich verzweifelt anzusehen..
Das kann so nicht enden, dachte sie, das kann es einfach nicht. Ich will doch noch so viel erreichen..
Aus einer plötzlichen Eingebung heraus rannte sie ans Fenster und lehnte sich hinaus. Kein Gerüst, und dabei war der Raum doch neu..
"Wie viel hält dein Bisasam?" fragte Haku atemlos. Unter dem Seidenklumpen auf seiner Stirn pulsierte es, man konnte es deutlich sehen.. Und er hatte sich schon ganz rot gefärbt. Er braucht einen Arzt, dachte Tamara verzweifelt, aber wie sollen wir hier rauskommen?
"Äh? Tamara? Hallo?" sagte er ein wenig ungehalten und schnippte vor ihrem Gesicht. "Ich hab die Tür zugemacht, aber das hält nicht ewig! Also noch einmal: wie viel kann dein Bisasam halten?"

*************
"Äh?" machte diesmal sie. "Mein Bisasam?" Haku schüttelte verärgert den Kopf. "Jetzt komm schon, du bist doch ein kluges Mädchen oder? Wer vol,n uns beiden hat noch gleich die Wand an den Kopf bekommen? Los, ruf Mo, lass ihn uns runterhelfen und dann verschwinden wir!"
Er findet mich klug, dachte sie und das Blut strömte in ihren Kopf und brachte ihr Gehirn wieder auf Trab. "Klar, du hast Recht. Wo war ich nur mit meinen Gedanken?" Das war eher eine Zurechtweisung an sie selbst als eine Frage an ihn, schließlich wusste Tamara genau dass ihre Gedanken nur bei ihm waren. "Mo, lets go!" rief sie und schickte Bisasam wieder heraus.
Irgendetwas Schweres traf die Tür und brachte den Raum zum Beben. Noch mehr Steine fielen aus der Wand.
"Mo, kannst du uns da runterbefördern?" fragte Haku. Das Pokemon besah sich die Situation genau bevor es nickte- Tamara war da keineswegs optimistisch, schließlich hatte es gerade einen schweren Kampf hinter sich. Wieder rasten ihre Gedanken.
Haku sollte zuerst gehen und einen Arzt suchen, aber unten könnte schon jemand warten- andererseits, wenn ich ihn nach mir rauslasse, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dass er bleibt und versucht zu kämpfen? Er hat schon viel zu viel für uns getan..
Während sich Haku noch einmal aus dem Fenster lehnte, wisperte sie Mo etwas ins Ohr, dann schob sie sich an dem Jungen vorbei. "Ladys first" grinste sie, während ein neuer Schlag gegen die Tür den Raum zum Beben brachte. "Los, Summer, sieh nach ob die Luft rein ist!" Das Pikachu kam zum Vorschein und landete sicher auf dem Boden, wo es die Ohren aufstellte & sich aufmerksam umsah. Tamara versuchte währenddessen Mo so gut es ging zu unterstützen, indem sie sich an der Mauer festhielt. Endlich hatte sie wieder sicheren Boden unter den Füßen und wartete mit zitternden Knien auf die beiden anderen. Es schien eine Ewigkeit zu dauern- Haku hatte wohl wirklich kämpfen wollen.. Doch schließlich erschien er zappelnd und mit Ranken in der Luft gehalten im Fenster. Das sah schon fast komisch aus, doch schließlich kam auch er mehr oder weniger heil unten an. "Los, Mo, spring!" rief Tamara.
Irgendwo splitterte Holz und etwas schweres poltrte auf den Boden. Mo sprang. Der rote Strahl erwischte ihn mitten in der Luft- das gerade noch rechtzeitig, denn er war noch nicht im rot-weißen Ball verschwunden, als eine Wasserfontäne die Luft durchschnitt wo er eben noch gewesen war und einen Baum glatt in zwei Hälften spaltete.
"Los, komm!" rief Haku und Hand in Hand rannten sie um das Gebäude herum und in Richtung Wald.
[..] "Ich glaube wir haben sie abgehängt" keuchte Tamara und ließ sich auf die Isodecke fallen. Haku nickte und trank einen tiefen Schluck Wasser aus einer Flasche, bevor er sie an Tamara weiterreichte. "Ein indirekter Kuss" sagte er grinsend als sie gerade den Mund voll hatte- prompt prustete sie los. "Bitte was?" hustete sie schließlich heraus. "Naja, fremder Speichel kann bis zu 8 Jahre in unserem Mund überleben, hab ich gehört" überlegte er laut und ließ sie erröten. "Bei dir wärs mir egal" sagte sie leise. Doch noch bevor er etwas erwidern konnte, hörte man Schritte im Gebüsch und im nächsten Moment traten zwei Jungen im Alter von 18-20 Jahren auf die Lichtung, die die Uniform der Alabastia Forscher-Truppe trugen- die Unterstützung!
Nachdem die Begrüßungen vorbei und die Geschichte zusammengefasst war, wurde es still auf der Lichtung. Einer der Assistenten sah sich Hakus Verletzung an und lobte Tamara für ihr schnelles Handeln, da Raupis Seide zur Wundheilung beitrug. Das war ein Glücksgriff gewesen, doch darüber sagte das Mädchen nichts. Der andere Junge, der etwas älter zu sein schien, sah sich immer wieder um und behielt die Hände in den Taschen. Komischer Typ, kenn ich gar nicht, dachte sie kurz aber dann wandte sie sich wieder Haku zu, der gerade eine riesen-Show abzog, wie schrecklich weh doch Wasser in der Wunde täte. Gerade als sie beide und der jüngere Assistent anfingen zu lachen, klickte etwas.
Der andere Typ hatte eine Waffe in der Hand.
"Das ist jetzt n schlechter Scherz" stönte Haku. "Sag mir, dass ich Halluzinationen habe!"
"Halt die Klappe" zischte der Mann. "Ihr werdet jetzt alle besser mit zum Hauptquartier zurückkommen. Ich kann nicht riskieren dass ihr das rumerzählt!" Tamara stand auf, aber das brachte ihn nur dazu, mit der Waffe herumzufuchteln. Summer, der es sich am Rand der Lichtung bequem gemacht hatte, verfolgte das Geschehen aus zu schmalen Schlitzen zusammengekniffenen Augen, bevor er sich auf ein Handzeichen von der sich wieder setzenden Trainerin im Gebüsch versteckte. Ein kurzer Blick zu dem anderen Assistenden zeigte, dass er nicht zu dem Verrat gehörte- er schien panische Angst zu haben.
"Los, jetzt alle mitkommen" wies der falsche Assistent sie an. Wir sind grade erst da weg, dachte sie und verzog unwillig das Gesicht. Summer, lass dir was einfallen! In diesem Moment machte der andere junge Mann eine schnelle Handbewegung.
Der Pokeball prallte gegen die Pistole und schlug sie dem Typen aus der Hand. Ein Habitak stürmte heraus und begann sofort, den Feind zu attakieren. In diesem Moment traf ein Blitzschlag die Pistole und ließ sie explodieren. Auf einmal war die Luft voller Pudox und Panekon, die aus den Bäumen fielen.
Das Chaos brach aus- zum zweiten Mal.
Die drei Jugendlichen, ein Pikachu und ein Habitak ergriffen die Flucht.

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:15

KAPITEL 11: Stillstand

Sie hatten es tatsächlich geschafft.
Als Tamara so im Bett lag, konnte sie es kaum fassen. Obwohl es schon nach 1 Uhr war, fanden ihre Gedanken keine Ruhe. Sie musste das alles verarbeiten. Alle anderen schliefen bereits, wie durch ein Wunder, aber bei ihr war daran nicht zu denken.
Sie beschloss, aufzustehen und sich noch etwas zu essen zu holen. Zwar sollte man so spät nichts mehr essen aber sie würde ohnehin nicht schlafen. Also ging sie nach unten an den Tresen. Das Chaneira, das gerade Nachtschicht hatte, blinzelte sie verschlafen an.
"Ich mag nur noch schnell was essen, ginge das?" fragte Tamara leise. Chaneira sprang gleich hilfsbereit auf, und ein paar Minuten später hatte das Mädchen ein leckeres Sandwich und ein Glas Milch vor sich stehen. Sie ließ es sich schmecken und für einen Moment schaffte sie es, einfach zu genießen und die Schrecken und Aufregungen der letzten Tage zu vergessen.
Dann hörte sie leise Schritte hinter sich und Haku setzte sich neben sie. Schweigend teilten sie sich den Rest von dem Sandwich. Dann standen sie auf. "Sollen wir uns noch ein bisschen auf den Balkon setzen?" fragte er leise, und sie nickte; draußen war es warm und die Mondsichel war leuchtend silbern.
Für eine Weile saßen sie einfach nur da und ließen die letzten Stunden Revue passieren- es war so viel passiert!
Nachdem Summer die Waffe des falschen Assistenten in die Luft gejagt hatte, waren die drei und ihre Pokemon so schnell wie möglich durch den Wald gerannt. Wie durch ein Wunder hatten sie es zum Vertaniawald- Eingang geschafft, wo sich gerade ein paar Jungen mit Käfernetzen zum Training versammelt hatten. Sie hatten die drei weggescheucht und die Stadt betreten, wo ein Fußgänger auf die panische Gruppe aufmerksam geworden war. Er hatte die Polizei gerufen. Schon ein paar Minuten später hatte ein Inspektor namens Grame sie im Revier empfangen und sich ihre Geschichte angehört.
Hierbei stellte sich heraus, dass alles nur mit Glück so gut verlaufen war. Eigentlich hatte noch ein weiterer falscher Assistent- ein "Neuling", der überraschend mitmachen wollte- zum "Helferteam" gehören sollen. Doch er war von einem Bibor gestochen worden und hatte eine allergische Reaktion gehabt, also war Thomas eingesprungen, der andere Junge. Gegen zwei Gegner hätten sie keine Chance gehabt.
Die Polizisten hatten sofort eine Sondereinheit zum Gebäude im Wald geschickt. Was daraus geworden war, wussten die Jugendlichen nicht, denn sie waren sofort in das städtische Pokemoncenter gebracht worden; dort hatten sich richtige Ärzte Hakus Kopf angesehen und ihn schließlich genäht. Danach durften sich die drei Zimmer aussuchen- die Jungs schliefen zusammen, Tamara alleine. Und nun waren sie hier, zusammen und in einem Stück..
Haku musste ähnliche Gedanken gehabt haben, denn fast gleichzeitig sahen sich die beiden an. Sie mussten lächeln, doch Tamara war eigentlich nicht danach zu Mute.
"Es tut mir Leid" flüsterte sie leise. Haku wollte etwas sagen, aber sie hob die Hand um ihn zu unterbrechen. "Nein, warte, lass mich ausreden. Im Grunde war das nicht deine Sache. Du hast bloß dein Pokemon trainieren wollen, und ich habe dich in eine riesige Verschwörung mit reingezogen, und das aus purem Egoismus.. Ich hatte Angst alleine, ich hatte Angst um Summer, und ich wollte einfach jemanden haben, der mit mir da ist.. Hätte ich das alles gewusst.." Sie begann ein bisschen zu weinen. "Und wegen mir bist du verletzt worden und all das.. Ich kann nicht verstehen, wieso du mich nicht hasst! Ich an deiner Stelle würde es tun, glaube ich.."
Sie weinte jetzt heftiger, als Haku den Arm auf ihre Schulter legte und sie an sich zog. "Wieso sollte ich dich hassen? Ich habe in meinen 16 Jahren noch nie so viel .. Spaß und Action gehabt wie jetzt in ein paar Tagen. Und es war wirklich, wirklich gut, trotz allem. Was passiert ist, war nicht deine Schuld, und es ist ja gutgegangen." Er lächelte sie schief an, und sie merkte, wie ihre Tränen trockneten.
"Du bist viel zu lieb zu mir" sagte sie leise.
"Du hast mir was von deinen Keksen gegeben" erwiederte er, woraufhin Tamara ihn schief ansah. "Aha, du warst also die ganze Zeit nur hinter meinem Essen her, was?"
"Natürlich" antwortete er mit größter Selbstverständlichkeit. Einen Moment sahen sie sich an, dann mussten sie beide lachen. Es war ein befreiendes Lachen, das wirklich guttat und ihren ganzen Körper ausfüllte; es schwemmte die Angst und den Schock weg und endlich kam dahinter die Müdigkeit zum Vorschein.
Auf einmal stutzte Tamara und setzte sich gerade hin. "Hey, hast du grade eben gesagt 'in deinen 16 Jahren'?!" fragte sie und sah ihn mit großen Augen an. Er blickte verwundert zurück. "Ja, was dachtest du, wie alt ich bin?" fragte er. Zwischen 12 und 14, dachte das Mädchen und wurde ein bisschen rot. Das konnte sie ihm doch nicht sagen. "Hm, keine Ahnung, hab ich noch nicht drüber nachgedacht.." log sie. Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Er ist viel zu groß und klug und erfahren für 12 oder 13! Sie schämte sich ein bisschen und wandte den Blick wieder dem Mond zu. "Ich dachte nur, weil du ein Anfänger als Trainer bist und so" meinte sie leise.
Er wurde still daraufhin, was sie dazu brachte, ihn doch wieder anzusehen. "Was ist? Sorry, ich meinte das ja nicht böse oder so" begann sie schnell, aber er winkte ab und lächelte wieder. "Ach was, kein Thema" sagte er.
Sie saßen noch eine ganze Weile aneinandergekuschelt auf dem Balkon, der Junge und das Mädchen, und betrachteten den Himmel. Und für einen Moment, so hätten sie beide schwören können, stand das Universum still und blickte auf sie zurück.

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:15

KAPITEL 12: Vergangenheit

"Chaneeeeeeeeeeiraaaa!"
Das Pokemon stand draußen vor der Tür. Pünktlich um 7 Uhr war es aufgetaucht und rief von da an alle paar Minuten, wie ein mittlerweile überaus nerviger Wecker.
"CHANEIRAAAAAAAAAAAAAAA!"
Seufzend stand Tamara am Ende doch auf. Sie hatte gehofft, wenn sie nicht reagieren würde, dann würde das Pokemon wieder verschwinden und sie weiterschlafen lassen, aber dem war nicht so.. Sie schlüpfte also aus ihrem Pyjama und stand, ein bisschen frierend, in Unterwäsche im Zimmer. Gestern hatten ihre Sachen doch noch hier gelegen..??
Ein wenig genervt zog sie die Schlafsachen wieder an und öffnete die Tür. Genau in diesem Moment ertönte wieder "Chaneeeeira!" und gleich darauf ein leises Klappern. Als das Mädchen hinter die Tür schaute, entdeckte sie tatsächlich .. einen Wecker.
"Aaaaaaargh!" stieß sie aus, schaltete das Gerät ab und stapfte zunächst einmal ins Bad, um sich zu waschen. Nachdem sie sich auch noch die Haare gekämmt hatte, lief sie nach unten.
"Schwester Joy? Wissen sie, wo meine Sachen sind?" fragte sie die Frau mit den rosa Haaren, die unten in der Küche stand. Diese sah sich beim Klang ihrer Stimme überrascht um. "Oh, Tamara! Ich hab dich nicht vor 9 Uhr hier erwartet, ihr wart doch gestern so lange auf" sagte sie entschuldigend. "Deine Sachen sind in der Wäsche! Ich hab alles, was darin war, da drüben hingelegt!" sie deutete auf eine Ablage.
"Oh, danke" sagte das Mädchen erleichtert. Dort lagen ihre Fliegerbrille, ein paar Zettel, eine angefangene Packung Taschentücher, eine Taschen-Pokeriegelbox und ein kleines schwarzes Ding aus Plastik. Das bemerkte Tamara erst zum Schluss.
Eigentlich hatte sie nach dem Wecker fragen wollen, aber jetzt war sie abgelenkt. "Was ist das? Es ist nicht von mir!" sagte sie und hielt das kleine Etwas hoch. Schwester Joy nahm es ihr aus der Hand. "Hmm, ich weiß nicht, es war in deiner Tasche" sagte sie stirnrunzelnd. "Behalt es doch, bis du mehr weißt, mir gehört es nicht."
Tamara nickte und half von da an der Ärztin in der Küche beim Frühstück machen.
***
Nach einiger Zeit kam schließlich auch Haku nach unten. Er sah aus, als wäre er frisch aus dem Bett gekrochen, hatte allerdings schon Reiseklamotten an. Er hatte wohl Ersatzwäsche mitgehabt.. Tamara dagegen hatte sich nicht darauf eingestellt, lange von Alabastia entfernt oder gar abgeschnitten zu sein. Sie warf Schwester Joy einen bittenden Blick zu- bei näherer Betrachtung war ihr Schlafanzug, hellblau mit weißen Ponitas drauf- ziemlich peinlich. Diese verstand sofort und erklärte ihr schnell den Weg in den Keller. Tamara nickte dankbar und während sich der Junge noch den Schlafsand aus den Augen rief, schlängelte sie sich an ihm vorbei und lief nach unten.
Ihre Sachen waren noch feucht, aber es ging. Sie schlüpfte in ihre Jeans und das gelbe Shirt. Ihre Jacke war noch sehr nass, weil der Stoff dicker war, und daher ließ sie sie hängen. Nur ihr weißes Halstuch wickelte sie noch schnell um. Fertig ausstaffiert ging sie wieder nach oben.
Haku stellte gerade noch einen Teller auf den Tisch und sah sie nur ein bisschen schräg von der Seite an, weil sie einfach gegangen war. Sie entschädigte ihn mit einer Umarmung. "Guten Morgen" sagte sie und lächelte. Dann aßen sie weitgehend schweigend ihr Frühstück, Rührei mit Brötchen und Speck.
Danach fragte Tamara die Schwester nach dem Assistenten Thomas. Sie sagte, er wäre bereits früh ausfebrochen um die Forschungen nicht warten zu lassen, habe sie aber ausschlafen lassen wollen. Damit gab sie sich zufrieden.
Schließlich verabschiedeten sie sich von Schwester Joy und holten ihre Pokemon aus dem Klinikbereich. Ihnen ging es wieder besser und gefrühstückt hatten sie ebenfalls, also machten sich die beiden Jugendlichen auf den Weg nach Alabastia- denn Haku wollte sie das Stück noch begleiten. Er ist eben ein Gentleman, dachte Tamara grinsend.
Auf dem Weg redeten sie eine ganze Weile über sich und ihr bisheriges Leben. Es war sehr leicht, mit dem Jungen zu reden, fand Tamara. Er konnte gut zuhören und sie hatte das sichere Gefühl ihm vertrauen zu können. Also erzählte sie ihm nach und nach von ihrer Vergangenheit..
"Als ich ganz klein war, bis so etwa 5 oder 6, da lebte ich in einem sehr großen Haus unten in Orania City" begann sie. "Meine Eltern hatten eine Menge Geld." Sie wurde ein bisschen verlegen, das klang so angeberisch, und redete schnell weiter. "Jedenfalls, uns ging es richtig gut. Ich und meine große Schwester waren jeden Tag draußen und haben gespielt, waren im Wasser und bei den Pokemon.. Manchmal durften wir bei Arenakämpfen zusehen." Gut und schön, auch wenn Haku bei der Neuigkeit, sie habe eine große Schwester, ein wenig die Brauen hochgezogen hatte. Da musste sie wohl noch etwas sagen. "Meine Schwester heißt Lilian. Sie ist 3 Jahre älter als ich und ehrlich gesagt mögen wir uns nicht besonders. Wir haben uns aus den Augen verloren." Sie zuckte die Achseln.
"Naja und dann.." bei den Erinnerungen musste sie schlucken. Sie hatte lange nicht mehr darüber geredet. "Eines Nachts war ich bei einer Freundin. Am nächsten Morgen war unser Haus verschwunden.. Es war nur noch ein Trümmerhaufen da." sie begann ein bisschen zu weinen und Haku nahm sie in den Arm. "Das tut mir Leid" sagte er leise, und es tat ihr gut, weil er es so ehrlich meinte. "Es ist abgebrannt, nicht wahr?"
Das Mädchen nickte. Sie machten eine Pause an Ort und Stelle, bis sie weitersprechen konnte. Nach einem letzten Schluchzer fing sie sich wieder. "Tut mir Leid." "Wieso?" fragte der Junge. "Das ist doch normal."
Sie lächelte und fuhr fort: "Ich erfuhr nie, was passiert war, aber die Polizei spürte Verwandte in Alabastia auf. Sie waren bereit, mich aufzunehmen. Meine Schwester, die ebenfalls nicht zu Hause gewesen war, wurde nach Azuria zu Oma und Opa geschickt. Meine Tante und mein Onken hier waren sehr nett, aber leider selten zu Hause. Ich wurde früh selbstständig und kümmerte mich um alles, aber als ich 13 wurde warfen sie mich raus mit den Worten, ich müsse mal meine eigenen Sachen machen. Also wurde ich Trainerin." sie zuckte wieder die Schultern. "Naja, und jetzt bin ich hier."
Gemeinsam liefen sie weiter, ihre Pokemon in den Bällen verstaut. Haku erzählte nichts außer, dass er aus Vertania City kam und schon früh Trainer werden wollte. Gewisse Umstände hätten dazu geführt, dass er erst mit 16 anfing. Tamara fragte nicht nach, denn der Junge schien nicht darüber reden zu wollen. Also redeten sie über dies und das, Freunde, Lieblingspokemon, -zahlen, -farben und andere Dinge übereinander.
Schließlich kamen sie in Alabastia an und Tamara beschloss, ihn mit ins Labor zu nehmen und allen vorzustellen, die sie dort schon kannte. Zusammen betraten sie das große Gebäude, und Haku sah sich staunend um.
In diesem Moment kam ein Assistent herangelaufen. "Tamara, schön dass du schon da bist! Und du musst Haku sein. Thomas hat schon erzählt, was er wusste. Kommt besser schnell mit, die Polizei ist schon beim Professor!"
Nach einem kurzen Blickwechsel folgten sie dem Mann. Tamara war auf einmal sehr nervös. Was war bei der Durchsuchung des Gebäudes herausgekommen?

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:15

KAPITEL 13: Spiel und Ernst
"Officer! Was ist passiert?" fragte Tamara. Vor Nervosität klang ihre Stimme ein bisschen piepsig und auf einmal wusste sie nicht mehr, ob sie das Ergebnis wirklich wissen wollte..
Doch, das wollte sie.
Haku setzte sich ein bisschen gerader auf den Stuhl neben ihr. Angespannt musterte er die Leute im Raum. Außer ihnen beiden und dem Officer waren noch ein Assistent und ein Wachmann im Raum. Es war eine spannungsgeladene Atmosphäre. Und mitten in die geladene Stille ertönte ein Handy- das Handy des Polizisten. Eine Nachricht war eingegangen.
Der Officer las die Nachricht und die Sorgenfalten auf seiner Stirn wurden zu Gräben in seinem Gesicht. Dann hob er den Blick und sah Tamara zum ersten Mal direkt an.
"Wir haben das Gebäude gefunden" begann er. Obwohl er so eine leise Stimme hatte, war er klar und deutlich zu verstehen. Tamara spürte, wie eine Gänsehaut über ihren Rücken kroch. "Innen war niemand mehr, keine Menschenseele." Er räusperte sich; das Geräusch klang irgendwie unnatürlich. "Aber wir haben den Maschinenraum gefunden und es war, wie ihr erzählt habt: er war voller Käfige." Eine kleine Pause, die sich zu einer Ewigkeit auszudehnen schien. Auf einmal hatte das Mädchen das dringende Bedürfnis, Hakus Hand zu nehmen.
"Sie waren allerdings alle leer." Der Polizist seufzte und durch die Hand, die sie nun hielt, spürte sie, dass nun auch der Junge neben ihr eine Gänsehaut bekam. Das ist nicht möglich. Das Gebäude war voller Menschen und Pokemon!
"Wow" sagte sie leise. Haku war wieder einmal schneller als sie. "Was ist mit dem Mann mit dem Mantel? Schon eine Spur?" fragte er drängend. Das erste Mal meldete sich hier der Wachmann zu Wort.
"Wir haben ihn tatsächlich gesehen. Aber er ist erneut untergetaucht. Es ist unfassbar." Er sah mit einem Stirnrunzeln auf. "Wobei man sagen muss, das Phantombild ist nicht besonders genau." Tamara zuckte zusammen. Es klang wie ein Vorwurf, ein Vorwurf gegen sie, weil sie nicht mehr hatte sagen können. Haku drückte ihre Hand und sie fühlte sich ein bisschen besser.
Erst als die Polizisten das Labor längst verlassen und die beiden Kinder allein in dem Besprechungszimmer zurückgelassen hatten, fiel Tamara wieder ein, dass sie nach dem schwarzen Gerät hatte fragen wollen.
Und erst noch viel später, als sie zu Hause in ihrem Bett lag- oh, wie lange war das letzte Mal her gewesen!- fiel es ihr erneut ein, denn über den langen folgenden Tag hatte sie es glatt vergessen. Aber in ihrem Bett war es warm, und ihre Jacke hing unten; Summer lag auf ihrem Bauch und Gizmo in seinem Korb. Sie wollte nicht aufstehen, wollte sie nicht wecken; und so schlief sie über den Gedanken an seltsame schwarze Dinge ein.
In dieser Nacht träumte sie von Käfern. Es waren kleine, schwarz glänzende Käfer, unzählige von ihnen. Sie krabbelten über ihr Bett, durchfluteten ihr Zimmer. Als sie davonlaufen wollte, stand sie auf einmal im Nachbarzimmer, wo Haku schlief. Die Käfer fraßen ihn vor ihren Augen.
Mit panischer Angst fuhr sie aus dem Schlaf. Ihr eigener Schrei hallte noch im Zimmer nach, das von der Sonne durchflutet war. Vor ihrem Bett stand Haku, in einem Stück, ein panisches Pikachu auf der Schulter. Gizmo stand neben ihm, knurrend. Und Tamara konnte nicht anders als sich an den Jungen und ihre Pokemon zu klammern und zu weinen, bis sie keine Tränen mehr hatte.

Draußen schien die Sonne, und nach dem Schrecken der Nacht beschlossen sie, sich einfach am Meer, das hier eine kleine Bucht bildete, zu entspannen. Tamara hatte einen Bikini an und einen kurzen Rock an, und Haku, der sich Shorts angezogen hatte, trug zwei Liegestühle hinterher. Sie legten sich in die Sonne und planschten im Wasser, und nach und nach verschwanden die Erinnerungen an den Traum und ließen nur einen unangenehmen Nachgeschmack zurück. Mittlerweile waren sie so weit, dass sie giggelnd im Wasser die Szene nachspielten und verharmlosten, die sich im Maschinenraum abgespielt hatte.
Aus Ernst wurde Spiel, ein schönes Spiel, das die erlebten Schrecken verschwimmen ließ wie ein Schwamm die Kreide auf der Tafel.
Bis sich eine riesige Wolke vor die Sonne schob und ihnen kalt wurde.
Die Wolke war ein Flugzeug, schwarz und glänzend und furchteinflößend. Es schwebte unfassbarerweise für einen Moment frei in der Luft. Wie ein Drache sah es aus, ein Drache, dessen Maul sich nun langsam öffnete zu einem offenen Schlund, auf sie gerichtet. Und in diesem Moment sprangen die Männer mit den Fallschirmen ab. Irgendwo blitzte dunkler Stoff auf, wallend und selbst auf diese Entfernung zu erkennen- ein weiter Mantel im Wind.
Die beiden Teenager rannten so schnell wie sie konnten zum Labor.
Innerhalb weniger Sekunden hatte sich das Spiel verwandelt in Ernst, der einen bitteren Nachgeschmack erzeugte wie verdorbenes Essen.
Der Kampf ging weiter.

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Re: Getting Professor

Beitrag von Straßenrand am Sa 10 Okt 2009, 13:16

KAPITEL 14: Einbildung? Abschied!

Niemand war zu sehen, die Straßen sahen aus wie leergefegt.
"Ich schwöre ihnen, es war genau hier!" sagte Tamara völlig verwirrt und sah suchend in den Himmel. Die Sonne strahlte zurück, ein Bild der Harmonie. Sie konnte spüren, wie die Erwachsenen hinter ihrem Rücken Blicke austauschten. Wütend runzelte das Mädchen die Stirn, sagte jedoch nichts. Stattdessen sah sie hilfesuchend zu Haku hinüber, der seinerseits geistesabwesend auf seine Füße starrte.
"Da war ein riesiges schwarzes Flugzeug, und es sind Männer abgesprungen" wiederholte sie noch einmal, was sie gesehen hatte. Sag was, hämmerte es in ihrem Kopf, als könnte sie Haku so dazu bringen. Sag irgendwas. Du hast es doch auch gesehen.
Und doch wurde das Mädchen mit jedem Mal, in dem sie den Satz sagte, unsicherer. Sie konnte sich das alles unmöglich eingebildet haben. Oder doch? Niemand war zu sehen, außer dem einen oder anderen Bewohner von Alabastia, der jetzt neugierig den Kopf aus dem Fenster streckte. Das Wasser lag ruhig da, genau wie die Straßen. Vor der abendlichen Brise würde niemand hier auftauchen.
Verzweifelt versuchte Tamara sich genauer an den Moment zu erinnern. Sie hatte gesehen, was sie gesehen hatte. Und sie war sofort zum Labor gelaufen, genau wie Haku, ohne sich noch einmal umzudrehen..
Endlich ergriff auch der Junge das Wort. "Sie hat Recht" sagte er einfach mit einem schnellen Blick zu ihr. "Es war genau hier.." er ging ein paar Schritte weiter zu der Stelle, an der noch die beiden Liegestühle standen. "Und das Flugzeug schwebte da" er deutete mit ausgestrecktem Zeigefinger auf eine Stelle in der Luft. "Genau vor der Sonne. Es ist unmöglich, dass das niemand sonst gesehen hat." Nun wanderte sein Blick zu den Polizisten und dem Professor, die hinter dem Mädchen standen.
Einer der Polizisten öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber Professor Eich kam ihm zuvor. "Ich glaube dir" sagte er schlicht. "Ihr würdet nicht lügen, nicht in so einer Situation. Sie sind keine von den Leuten, die sich gerne wichtig machen!" Das Letzte war an den Officer gerichtet gewesen. Dankbar sah Tamara ihren Chef an. Er war ein guter Mensch. "Ich weiß, dass es physikalisch eigentlich nicht möglich ist dass ein Flugzeug wie ein Hubschrauber schwebt" ergänzte sie nun. "Aber so war es. Und der Mann mit dem Mantel ist dabei gewesen, ich bin ganz sicher." Haku nickte bekräftigend.
"Ist ja in Ordnung!" Der Officer hob abwehrend die Hände. "Ich glaube euch ja. Aber die Bewohner wollen nichts gesehen haben. Das Ganze erscheint mir doch reichlich seltsam. Wir werden aber unsere Ermittlungen fortsetzen und Sie" er wandte sich an den Professor "auf dem neuesten Stand halten." Der Angesprochene nickte.
"Du kannst mir dann ja schreiben, oder ich gebe dir meine Handynummer" sagte Haku. "Dann weiß ich auch immer Bescheid."
Tamara nickte, es war mehr ein Reflex als ein überlegtes Handeln. Erst ein paar Schritte weiter wurde ihr der tiefere Sinn dieser Aussage klar, und er fuhr ihr durch Mark und Bein.
"Du gehst?" warum war ihr Mund auf einmal so ausgetrocknet?
"Was hast du erwartet?" waren seine Augen wirklich so traurig oder bildete sie sich das nur ein? "Meine Eltern haben vorhin mit mir gesprochen, als du noch im Hinterzimmer warst. Sie erwarten von mir, dass ich aufbreche. Schließlich soll ich mal ein berühmter Trainer werden, wie mein Vater." War da schon immer so ein bitterer Zug um seinen Mund gewesen? Sie traute sich nicht, genauer hinzusehen.
Die Erwachsenen waren schon weitergegangen, sie bemerkten nichts von dem Drama, dass sich ankündigte in ihrem Rücken.
"Oh." Mehr fiel dem Mädchen dazu nicht ein. Ja, was habe ich erwartet? fragte es sich und die Antwort war in ihrem Kopf, so deutlich, als habe sie nur auf diesen Augenblick gewartet. Haku und sie, auf Forschungsreisen, im Labor, bei ihr zu Hause. In ihrer Vorstellung, ihrem Unterbewusstsein, wäre er geblieben.
"Dann komme ich mit." Schon in dem Moment, in dem sie es sagte, wusste sie, dass es Unsinn war. Als Mensch war er der reifere, aber als Trainer war sie so viel weiter. Er würde ganz vorne anfangen, mit Raupy und Hornliu trainieren. Ein Nidoran wäre ein seltenes Wunder. Bis zu seinem ersten Orden würde er hart trainieren müssen, während sie zusah.. das ging nicht. Sie wusste es, genau wie er, und er antwortete nicht erst darauf. Stattdessen gab er ihr einen Zettel.
"Meine Nummer."
Sie nahm das unscheinbare Papier wie einen Schatz entgegen. Das ist nur ein Traum. Er wird nicht gehen. warum war es für sie so schnell so selbstverständlich geworden, dass er da war? Warum musste er jetzt schon wieder gehen? Sie suchte nach Ausreden, Möglichkeiten, aber sie wusste dass seine Entscheidung feststand, weil es nicht seine Entscheidung war.
Sie standen am Ausgang des Dorfes, ohne es gemerkt zu haben. Er drehte sich um, die letzten Worte schon auf den Lippen, als sie die Distanz überwand und ihn umarmte. "Versprich mir etwas" flüsterte sie ihm ins Ohr. "Versprich mir, dass du auf deinem Weg glücklich wirst."
Er lächelte in ihre Schulter, sie spürte es. "OK, wenn du mir auch etwas versprichst. Wenn ich zurückkomme, dann bist du berühmt." Jetzt musste sie lächeln, aber sie fand die Worte nicht. Stattdessen schmiegte sie sich noch etwas enger an ihn. "Ich werd dich vermissen."
Er nickte, drehte sich um, während sie dastand wie in einem Traum, unfähig, noch etwas zu tun. Dann wandte er sich ein letztes Mal um, schnell und vorsichtig, und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen, sanft wie ein Windhauch.
Noch lange, nachdem seine Silhouette verschwunden war, stand sie da in ihrem Traum, ohne zu wissen, ob sie das gerade wirklich gespürt hatte oder nicht.
Als sie ihm "Bis bald" nachrief, war er schon nicht mehr zu sehen.
"Ich verspreche es dir! Ich werde berühmt!"

~Zu sagen bleibt mir eines noch
Obgleich ich wett': ihr wisst es doch
Das letzte Wort in allen Bänden
Bleibt Ende*~




[color=red]The End[/color]

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