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[Rezension] Shigatsu wa Kimi no Uso

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[Rezension] Shigatsu wa Kimi no Uso

Beitrag von Sanchez619 am Sa 05 Sep 2015, 20:16

Liebe Schiggysboarder,


eigentlich wollte ich schon vor langem mein SAO-Review rausbringen. Allerdings kam dann ein Anime dazwischen, der meine Bestenliste der Anime-Serien im Sturm umgeworfen hat. Schon seit ich denken kann, hat Musik in meinem Leben eine große Rolle gespielt und in meiner aktiven Zeit als Domspatz hat es mein Leben entscheidend geprägt. Ich habe eine Reihe von Erfahrung mit Musikern von professionellem Rang gemacht und mit einer Handvoll renommierter Orchester einige Konzerte und Fernsehauftritte gehabt. Allerdings gab es nie einen Anime, der diese musikalisch Szene richtig aufgegriffen hat. Daher freut es mich umso mehr, jetzt über eben jene Serie ein Review verfassen zu können.
Meine Damen und Herren, ich präsentiere Ihnen Lachen :

Shigatsu wa Kimi no Uso / Your Lie in April




Storyoverview (keine Spoiler):

Die Geschichte beginnt mit der Vorstellung des Protagonisten Kousei Arima sowie seiner Freunde Tsubaki und Watari. Seitdem seine Mutter vor zwei Jahren verstorben ist, kann das Wunderkind Kousei nicht mehr die Noten seines eigenen Klavierspiels hören. Um ihm aus diesen Tief herauszuholen, legen ihn seine Freunde herein und stellen ihm Kaori Miyazono vor, eine begabte Violinistin, die vorgibt, in Watari verliebt zu sein. Kousei ist von ihrer Art sehr überwältigt und obwohl sie offiziell mit Watari ausgeht, kommen sich er und Kaori sehr viel näher. Durch sie lernt er, seine eigene Musikalität und so wieder den Weg zurück ans Klavier zu finden...

Story: 8/10

Die Story von „Your Lie in April“ ist prinzipiell anhand zweier Geschichtsweisen strukturiert:
Auf der einen Seite sehen wir ein Adoleszenzdrama eine jungen Musikers, der mit einem Trauma zu kämpfen hat, welches ihn hindert, sowohl als Musiker als auch als Mensch zu wachsen.
Als Funke, der diese Geschichte in Gang bringt, führt der Autor eine Liebesgeschichte zwischen Kaori und Kousei ein, welche allerdings als Unterstützung für das Adoleszenzdrama fungiert.
Per se ist die Story nichts neues, allerdings ist die Durchführung und ihre künstlerische Umsetzung etwas Neues, welche so noch nie in einem anderen Anime etabliert wurde.
Shigatsu kombiniert eine dramenartige Ausdrucksweise wie aus Goethe's Faust mit einer modernen und eher leichten Liebesgeschichte zu, ohne den richtigen Grad an Realismus zu verlieren.
Allerdings hätte ein kleines Maß an mehr Realismus der Serie nicht geschadet.
Und um eines festzustellen: Auch wenn der Stichwort „Drama“ viele abschrecken mag, zeigt der Anime, wie dieses Element auf ein gute und v.a. poetische Art gut umgesetzt werden kann.
(Meine Empfehlung: Nachdem ihr den Anime zum ersten Mal beendet habt, schaut ihn euch ein zweites Mal an und ihr werdet viele versteckte Interpretationsmöglichkeiten finden...)
Das Pacing schwankt an einigen Stellen mit seinem Tempo, dennoch zeigt der Anime ein sehr gut durchdachten und klaren Storyfortschritt hinsichtlich Kousei's Fähigkeiten am Klavier, seiner Interaktionsfähigkeit mit seiner Umwelt (v.a. mit Kaori) und seiner eigenen Reife.
Außerdem zeigt der Anime ein brillantes visuelles Storytelling, welches über Körpersprache, Lichteffekte, Farbkontraste etc. vermittelt wird. Auch die klassische Musik, welche v.a. aus Chopin-Etüden besteht, trägt eine große Rolle und ist je nach Situation bewusst ausgewählt.
Was mich zudem erleichtert ist, dass es keine großen Plotholes gibt, wenn man die Story betrachtet, vor allem, wenn man die Funktionsweise der Charaktere kennt. Vor allem die Implementierung der „Lüge im April“ ist ein gelungenes Element, welche der etwas unstetigen Erzählung ein grandioses Finale gibt (kombiniert mit einer sehr schönen Aufführung von Chopins Ballade No.1).

Charaktere: 10/10

Um meine Wertung zu erklären, muss man eins festhalten:
Ein Großteil der Charaktere sind Künstler und der Anime macht einen großartigen Job darin, sie so authentisch wie möglich darzustellen; allerdings kann das den Otto Normalverbraucher verwirren.(Außerdem werte ich keine Statisten, da sie nur enthalten sind, um das Ganze in die richtige Skala zu setzen...)
Jeder der Musiker verbindet etwas anderes mit Musik oder auch mit der Musik Kouseis, welche als Inspiration und Angelpunkt in der gesamten Szene gilt.
Jeder Charakter besitzt auf Basis seiner Komplexität als Mensch und Einfluss in der Story genug Charakterentwicklung und spielt eine wichtige Rolle in Kouseis Entwicklung. Zudem ist das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere brillant umgesetzt und beeinflusst die Story zu ihrem jeweiligen Anteil. Es gab so gut wie keine Szene, wo der Charakter außerhalb seiner Natur gehandelt hat und dies lässt auch nie nach.
Es gibt theoretisch einen Punkt, an dem die Charaktere komisch handeln und zwar wären dies die Slapstick-Comedy Elemente, welche aus dem Blauen kommen und drastisch den Ton verändern.
Aber so viele sich auch darüber beschweren, teile ich die Meinung, dass es eine gute Methode ist, die Trübe der Serie zu durchbrechen und eine der wenigen Methoden, welche die anderen Charaktere übrig haben, um Kousei, der sich emotional sehr von seiner Umwelt abgegrenzt hat, wieder zur Vernunft zu bringen.

Animation: 8,5/10

Man merkt vom erstem Frame an, dass dieser Anime von A1-Pictures produziert wurde.
Der Anime erblüht in seinen verschiedenen Farben, zeigt sehr detaillierte und diverse Szenerien und hat ein sehr liebenswürdiges Charakterdesign. Generell besitzt der Anime ein sehr hohes Animationsniveau, an das nur wenige andere Serien herankommen.
Außerdem sei nochmal das visuelle Storytelling erwähnt, der klare Kontraste zwischen
Charakteren, Situationen und Emotionen setzt.
Allerdings fallen hier einige Unstimmigkeiten auf, die umso mehr ins Auge fallen, wenn man die Qualität der anderen Szenen bedenkt:
Auch wenn ich an den Statisten keine richtige Wertung nehme, ist ihre mangelhafte Animierung in einigen Szenen sehr irritierend; die Slapstick-Comedy Frames weisen dasselbe Problem auf.
Auch die Anstrengung, das Instrumentenspiel so detailliert wie möglich darzustellen, gibt zwar ein gutes Gefühl über den richtigen Anblick, man merkt aber, dass A1 hier an den Grenzen waren, was sie mit ihrem CGI darstellen konnten.

Musik: 10/10

Dieser Punkt ist vielleicht weniger offensichtlich, als er wirkt:
Der Grund, warum Shigatsu von mir 10 Punkte bekommt, ist seine effektive und gute Umsetzung der Musik. Der OST ist bewusst dezenter und moderner gehalten, um den Klavier-/Violinenstücken der Romantik(ca. 1800-1900) nicht das Bühnenlicht zu stehlen. Dennoch sind sie sehr gut für ihre jeweilige Rolle komponiert worden und besitzen ein angemessenes Maß an Komplexität/Einfachheit. Es gibt sogar eine Handvoll Tracks, die einen sehr großen Wiedererkennungswert besitzen und durchaus mit den Meisterwerken anderer OSTs mithalten.
Was die romantischen (die Stücke sind zum Großteil romantischen Ursprungs) Stücke angeht:
Sie nehmen ohne Mühe die Hauptrolle der Serie ein und sind auf eine schöne, jedoch nicht unrealistische Spielweise (man bedenke das Alter der Musiker) interpretiert worden.
Zur musikalischen Interpretation: Sie ist wesentlich direkter und extremer, als es die übliche Spielweise vorschreiben würde, allerdings hält sie zum Großteil die etablierten Standards und wird nicht allzu exzentrisch. Ich halte sie daher gut für ein modernes Publikum geeignet.
Man könnte kritisieren, dass einige Stücke gekürzt wurden, aber man kann nicht alles in nur 22 Episoden reinpacken (zumal die wichtigsten Stücke vollständig enthalten sind).

Gesamt: 9/10

Insgesamt zeigt „Shigatsu wa Kimi no Uso“ ein hohes Maß von Qualität und der Auseinandersetzung mit der Musikszene sowie deren Angehörige. Auch der poetische und durchdachte Umgang mit dramatischen Elementen, die viele eher unzurecht als Kritikpunkt aufgefasst haben, hat mich sehr positiv überrascht.
Das Premise der Show ist sehr schwierig zu erfassen und lässt sich leicht missverstehen. Aber der Reichtum an Details, Authentizität und verstecktem Symbolismus, den die Serie benutzt, zeigt, dass die Macher wesentlich durchdachter sich mit Story und Charakteren beschäftigt haben, als ein Großteil der Otaku-Fanbase Ihnen zugibt.

Nachwort:
Zuerst will ich anmerken, dass ich die Kategorie „Genres“ bewusst nicht gewählt habe, da ich es für eine sehr unnötige und fehlleitende Kategorie halte.
Es gibt einige Dinge, welche ich nicht angesprochen habe, weil ich sie nicht für wichtig genug empfunden habe, in das Review reinzubringen (z.B. die Beziehung Kaori → Kousei ← Tsubaki), jedoch bin ich alle Punkte, die wichtig sind, durchgegangen und habe sie in die Bewertung einfließen lassen. Gerade weil „Your Lie in April“ so umstritten ist, ist eine Diskussion natürlich gerne erwünscht. Teilt eure Eindrücke, Lieblingsszenen oder Kritikpunkte. Ich werde den Thread weiter im Auge behalten und sehen, wo etwas Aufklärung nötig ist; natürlich auch in meiner Sichtweise zu der Serie.


LG, Sanchez619.

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Sanchez619
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